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Gold & Silber

Gold & Silber als Krisenschutz: Der komplette Ratgeber

Aktualisiert: Lesezeit: 11 Min.Von der Verheimlicht-Redaktion
Kurz beantwortet

Physisches Gold schützt in der Krise, weil es keine Forderung gegen eine Bank ist: Es kann nicht pleitegehen, nicht per Bail-in herangezogen werden und bleibt bei Kontosperre oder Blackout in deiner Hand. Anlagegold ist in Deutschland umsatzsteuerfrei (§ 25c UStG), Gewinne sind im Privatvermögen nach einem Jahr steuerfrei (§ 23 EStG). Die größten Verluste entstehen nicht durch den Goldpreis, sondern durch hohes Aufgeld, 19 % Umsatzsteuer auf Silberbarren und falsche Lagerung.

Wenn das Kartenterminal schwarz bleibt, die Bank „technische Probleme“ meldet oder die Inflation Jahr für Jahr an deinem Ersparten nagt, zeigt sich, was ein Vermögenswert wirklich taugt. Gold ist seit Jahrtausenden die Antwort auf genau diese Frage – aber nur, wenn du es richtig kaufst, lagerst und dokumentierst. Dieser Ratgeber zeigt dir, was Edelmetall in der Krise leistet, was es nicht leistet und wo Anfänger das meiste Geld verlieren.

Hinweis: Dieser Ratgeber vermittelt Wissen und ist keine Anlageberatung. Alle Prozentwerte zu Aufgeld und Spannen sind Beispielwerte zur Veranschaulichung typischer Größenordnungen – keine aktuellen Marktpreise.

Warum Gold als Krisenschutz funktioniert

Physisches Gold ist Eigentum an einer Sache – keine Forderung gegen irgendjemanden. Genau das unterscheidet es von fast allem anderen, was Sparer besitzen. Dein Kontoguthaben ist rechtlich ein Anspruch gegen deine Bank. Eine Anleihe ist ein Anspruch gegen den Staat oder ein Unternehmen. Ein Gold-Wertpapier ist ein Anspruch gegen den Emittenten. Eine Goldmünze in deinem Tresor dagegen ist einfach da.

Daraus ergeben sich drei konkrete Schutzwirkungen:

  • Kein Bankrisiko: Gold kann nicht in eine Bankinsolvenz fallen und nicht bei einem Bail-in zur Rettung herangezogen werden.
  • Kein Währungsrisiko im engeren Sinn: Gold wird weltweit gehandelt. Wird eine Währung umgestellt oder entwertet, behält das Metall seinen Materialwert – in der neuen Währung ausgedrückt.
  • Unabhängigkeit von Infrastruktur und Kontozugriff: Bei einer Kontosperre oder im Blackout liegt Gold zu Hause weiterhin in deiner Hand. Im Schließfach allerdings nur, solange die Bank öffnet.
0 %Umsatzsteuer auf Anlagegold (§ 25c UStG)
19 %Umsatzsteuer auf regelbesteuerte Silberbarren
1 Jahrdanach Gewinne im Privatvermögen steuerfrei (§ 23 EStG)
< 2.000 €nur darunter Barkauf ohne Ausweis (GwG)
Mythos„Gold gleicht jedes Jahr zuverlässig die Inflation aus.“
FaktGold schwankt in Euro gerechnet oft stärker als die Teuerung, und es gab historisch lange Phasen, in denen der Goldpreis real gefallen ist. Seine Stärke zeigt sich über Jahrzehnte und in Phasen, in denen das Vertrauen in Banken und Währungen sinkt. Wer Gold als Versicherung versteht, nutzt es richtig – wer auf schnelle Gewinne hofft, wird oft enttäuscht.

Was Gold nicht kann: Es zahlt keine Zinsen, keine Dividende, und im Alltag kannst du damit nicht an der Supermarktkasse bezahlen. Für die ersten Tage einer Störung brauchst du Bargeld. Gold ist der Wertspeicher dahinter.

Welche Rolle Gold in deiner Vorsorge spielt

Gold ist eine Schicht deiner Vorsorge, nicht die ganze. Im Krisenvorsorge-System von Verheimlicht arbeiten wir mit der Vermögens-Pyramide: Jede Schicht hat eine eigene Aufgabe, und fällt eine aus, tragen die anderen weiter. Edelmetall liegt in der Mitte – oberhalb von Notgroschen und Bargeld, unterhalb von Wertpapieren und Bitcoin.

Die Vermögens-Pyramide: Wo Gold & Silber hingehören
Bitcoin Sachwerte & ETFs Gold & Silber Bargeld zu Hause Notgroschen auf 2+ Banken Schicht 3 · Werterhalt ohne Bank- und Schuldnerrisiko erst aufbauen, wenn Schicht 1 + 2 stehen oben: mehr Schwankung, kleinerer Anteil unten: sofort verfügbar, wird zuerst aufgebaut
Vereinfachte Darstellung, Aufbau von unten nach oben. Keine Anlageempfehlung – die passende Gewichtung hängt von deiner Lebenslage ab.

Die Reihenfolge ist entscheidend. Wer Goldmünzen kauft, während der Dispo läuft, zahlt womöglich zweistellige Kreditzinsen und hofft, dass Gold schneller steigt. Wer kein Bargeld zu Hause hat, muss im Notfall womöglich ausgerechnet sein Gold zum ungünstigsten Zeitpunkt verkaufen. Deshalb gilt: erst teure Schulden tilgen, dann Notgroschen und Bargeldreserve, dann Edelmetall. Wie du die einzelnen Schichten gewichtest, erklärt der Ratgeber Vermögen krisensicher aufteilen.

Gold in fünf Krisenszenarien

Wie gut Gold schützt, hängt vom Szenario und vom Lagerort ab. Die folgende Übersicht vergleicht physisches Gold mit einem börsengehandelten Gold-Wertpapier:

SzenarioGold zu HauseGold im SchließfachGold-Wertpapier im Depot
Blackout über mehrere Tage◐ in der Hand, aber kaum als Zahlungsmittel✕ kein Zugriff✕ kein Handel
Bankenkrise / Bankfeiertag✓ unabhängig◐ Eigentum, aber Zugang ggf. gesperrt◐ Handel eingeschränkt
Hohe Inflation über Jahre✓ langfristig wertstabil✓ langfristig wertstabil✓ Preisentwicklung wie Gold
Kontosperre✓ unabhängig◐ je nach Bank✕ Depot meist mitgesperrt
Währungsumstellung✓ Materialwert bleibt✓ Materialwert bleibt◐ abhängig vom Emittenten

✓ = verfügbar und werthaltig · ◐ = eingeschränkt · ✕ = praktisch nicht nutzbar. Vereinfachte, qualitative Einschätzung.

Was ist Anlagegold – und warum zahlst du darauf keine Steuer?

Anlagegold ist Gold in einer Form, die das Umsatzsteuergesetz von der Steuer befreit (§ 25c UStG). Das ist der Grund, warum du beim Kauf einer Goldmünze keine 19 % Mehrwertsteuer zahlst – beim Kauf einer Silbermünze aber in der Regel schon. Die Befreiung gilt für zwei Produktgruppen:

  • Barren und Plättchen mit mindestens 995 Tausendsteln Feingehalt in einem von den Goldmärkten akzeptierten Gewicht.
  • Goldmünzen mit mindestens 900 Tausendsteln Feingehalt, nach 1800 geprägt, im Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel (gewesen) und üblicherweise höchstens 80 % über dem Goldwert verkauft. Die EU veröffentlicht jährlich ein Verzeichnis solcher Münzen.

Klassische Anlagemünzen wie Krugerrand, Maple Leaf oder Wiener Philharmoniker fallen darunter. Goldschmuck, Medaillen ohne Zahlungsmittelstatus oder Barren mit niedrigerem Feingehalt dagegen nicht – dort steckt Umsatzsteuer im Preis, die du beim Wiederverkauf nicht zurückbekommst.

ProduktUmsatzsteuer beim KaufEignung als Krisenschutz
Anlagemünze Gold (z. B. 1 Unze)0 %sehr gut – weltweit bekannt, leicht prüfbar
Goldbarren ab ca. 50–100 g (LBMA-Hersteller)0 %gut für größere Beträge, schlecht teilbar
Goldbarren 1–10 g0 %teilbar, aber hohes Aufgeld
Silbermünzen (oft differenzbesteuert)Steuer nur auf Händlermarge (§ 25a UStG)„Kleingeld“, aber schwer und platzintensiv
Silberbarren19 %teuerste Form, Silber zu halten
Goldschmuck, Medaillen, Sammlermünzenmeist 19 %ungeeignet – Preis weit über Materialwert

Stand 2026. Steuerliche Behandlung bei jedem Kauf auf der Rechnung prüfen.

Tiefer einsteigen? Kapitel 10 „Gold & Silber richtig kaufen“ im Krisenvorsorge-System zeigt dir den kompletten Plan.

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Gold kaufen in der Krise: Wo das Geld wirklich verloren geht

Die teuerste Zahl beim Goldkauf ist nicht der Goldpreis, sondern die Spanne zwischen Kauf- und Rückkaufpreis des Händlers. Als Privatkunde zahlst du nie den Großhandelspreis, den die Nachrichten melden. Du zahlst den Verkaufspreis des Händlers – und bekommst beim Verkauf dessen Ankaufspreis. Drei Begriffe solltest du deshalb sicher unterscheiden:

  • Materialwert: Was das enthaltene Feingold zum aktuellen Marktpreis wert ist. Gehandelt wird in Feinunzen (1 Feinunze = 31,1035 g).
  • Aufgeld: Um wie viel Prozent der Verkaufspreis über dem Materialwert liegt – darin stecken Prägung, Logistik, Versicherung und Marge.
  • Spanne (Spread): Die Differenz zwischen Kauf- und Ankaufspreis am selben Tag. Um genau diesen Betrag muss Gold steigen, bevor du überhaupt bei null bist.
Rechenbeispiel

Spanne in % = (Verkaufspreis − Ankaufspreis) ÷ Verkaufspreis × 100

Beispiel mit Indexwerten (Materialwert = 100):
• Unzenmünze: Kauf zu 104, Rückkauf zu 99 → Spanne rund 4,8 %
• 1-g-Barren: Kauf zu 125, Rückkauf zu 92 → Spanne rund 26 %

Bei 3.000 € Anlagebetrag bekommst du mit der Unzenmünze Gold im Materialwert von rund 2.880 €, mit 1-g-Barren nur von rund 2.400 €. Alle Werte sind Beispiele – rechne mit den Tageskursen deines Händlers nach.

Daraus folgt eine einfache Regel: Je kleiner das Stück, desto teurer jedes Gramm. Unzenmünzen und Barren ab etwa 50 bis 100 Gramm liegen meist im niedrigen einstelligen Prozentbereich, Kleinstbarren können ein Vielfaches kosten. Die ausführliche Gegenüberstellung mit Tabelle und Rechner findest du im Ratgeber Goldmünzen oder Goldbarren.

Neben dem Aufgeld gibt es eine Handvoll typischer Anfängerfehler, die regelmäßig vierstellige Beträge kosten: Kauf bei Telefon- und Fernsehverkäufern, Sammlermünzen statt Anlagemünzen, Panikkäufe in Hochpreisphasen oder „Schnäppchen“ von Privat ohne Echtheitsprüfung. Alle sieben Fehler im Überblick erklärt der Ratgeber Gold kaufen für Anfänger.

Achtung

Gerade in unruhigen Zeiten steigen nicht nur die Goldpreise, sondern auch die Aufgelder – besonders bei kleinen Stückelungen, die als Erstes ausverkauft sind. Im Frühjahr 2020 kam es bei vielen Händlern zu Lieferengpässen und deutlich höheren Aufschlägen. Wer Gold als Krisenschutz will, kauft es vor der Krise, in Ruhe und in festen Tranchen.

Münzen, Barren, Kleinstückelung: Die sinnvolle Mischung

Hier liegt der scheinbare Widerspruch des Krisengolds: Große Stücke sind am günstigsten, kleine Stücke sind in der Krise am nützlichsten. Eine Unze Gold ist mehrere tausend Euro wert – niemand gibt dir darauf heraus, wenn du in einer Ausnahmelage etwas Kleines tauschen willst. Die Lösung heißt Funktionsaufteilung:

Teilbare Reserve

Ein kleinerer Anteil in 1/10- und 1/4-Unzen-Münzen oder 5- bis 10-g-Barren. Teurer pro Gramm, aber in kleinen Schritten einsetzbar.

Silber als Kleingeld

Ein kleiner Anteil Silbermünzen für geringe Tauschwerte – bevorzugt differenzbesteuert, um die 19-%-Last zu senken.

Solange der Kern groß bleibt, kostet die Teilbarkeit wenig zusätzliches Aufgeld. Ein Bestand nur aus 1-Gramm-Barren dagegen wäre der teuerste Weg zum Krisengold.

Silber: Kleingeld mit Steuerhaken

Silber ist in Deutschland grundsätzlich mit 19 % Umsatzsteuer belastet – Anlagegold nicht. Bis Ende 2013 galt für viele Silbermünzen noch der ermäßigte Satz von 7 %; dieser Vorteil ist entfallen. Das Problem: Beim Verkauf an einen Händler bekommst du die gezahlte Umsatzsteuer nicht zurück. Silberbarren müssen also erst um rund ein Fünftel plus Spanne steigen, bevor du im Plus bist.

Es gibt legale Wege, diese Last zu senken: differenzbesteuerte Silbermünzen nach § 25a UStG, bei denen die Steuer nur auf die Händlermarge anfällt, und den Kauf in ein Zollfreilager, aus dem heraus das Metall ohne Auslieferung auch wieder verkauft werden kann. Beide Wege haben Haken – welche, erklärt der Ratgeber Silber kaufen: Mehrwertsteuer & Differenzbesteuerung. Der einfachste Weg ist banal: Den Vermögenskern in steuerfreiem Gold halten und Silber nur in dem Umfang, den du als Kleingeld wirklich brauchst.

Steuern und Recht: Die Regeln, die jeder Goldkäufer kennen muss

Rund um Edelmetall kursiert viel Halbwissen. Die rechtliche Lage in Deutschland ist aber überschaubar – sechs Regeln decken fast alle Alltagsfragen ab:

RegelWas gilt (Stand 2026)Grundlage
Umsatzsteuer GoldAnlagegold ist steuerfrei§ 25c UStG
Umsatzsteuer Silber, Platin, Palladiumgrundsätzlich 19 %, bei Differenzbesteuerung nur auf die Marge§ 12, § 25a UStG
Gewinn beim Verkaufsteuerfrei, wenn mehr als ein Jahr zwischen Kauf und Verkauf liegt§ 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG
FreigrenzeGewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften unter 1.000 € pro Jahr steuerfrei (seit 2024)§ 23 Abs. 3 EStG
Barkauf ohne Ausweisnur unter 2.000 €; ab 2.000 € muss der Händler dich identifizierenGeldwäschegesetz
GrenzübertrittGoldmünzen (ab 90 %) und Goldbarren (ab 99,5 %) zählen als Barmittel – ab 10.000 € bei Ein-/Ausreise in/aus der EU anmeldenVO (EU) 2018/1672
§ Rechtslage

Physisches Gold im Privatvermögen ist keine Kapitalanlage im Sinne der Abgeltungsteuer, sondern ein „anderes Wirtschaftsgut“ nach § 23 EStG. Verkaufst du innerhalb eines Jahres mit Gewinn, ist dieser Gewinn einkommensteuerpflichtig – es sei denn, alle privaten Veräußerungsgewinne des Jahres bleiben unter der Freigrenze. Nach Ablauf eines Jahres ist der Gewinn steuerfrei, unabhängig von seiner Höhe. Bei Erbschaft oder Schenkung zählt das Kaufdatum des Vorbesitzers.

Zwei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit. Erstens: Die Steuerfreiheit nach einem Jahr musst du im Zweifel belegen können – ohne Rechnung mit Kaufdatum wird sie zum Beweisproblem. Wie du richtig dokumentierst, erklärt der Ratgeber Gold steuerfrei verkaufen. Zweitens: Die 2.000-€-Grenze beim Barkauf ist kein Schlupfloch. Käufe künstlich aufzuteilen, um die Identifizierung zu vermeiden, ist unzulässig und kann eine Verdachtsmeldung auslösen. Was beim anonymen Tafelgeschäft legal ist und was nicht, steht im Ratgeber Gold anonym kaufen.

Gold lagern, prüfen, verkaufen: Die unterschätzten Risiken

Die größte Gefahr für dein Gold ist nicht der Staat und nicht der Goldpreis, sondern Einbruch, Brand und Mitwisser. Jeder Lagerort hat eine typische Schwäche:

  • Zu Hause im Tresor: jederzeit erreichbar, auch im Blackout – aber nur so sicher wie der Tresor und nur so gut versichert, wie es deine Hausratpolice erlaubt.
  • Bankschließfach: gut geschützt, der Inhalt bleibt dein Eigentum – aber nur zu Öffnungszeiten erreichbar und nicht durch die Einlagensicherung gedeckt.
  • Zollfreilager / Händlerlager: professionell gesichert, bei Silber steuerlich interessant – aber ohne direkten Zugriff und mit Anbieterrisiko.

Viele Vorsorger kombinieren deshalb zwei Orte: eine kleine, teilbare Reserve griffbereit zu Hause und den Vermögenskern außer Haus. Den ausführlichen Vergleich mit Tresorklassen und Versicherungsgrenzen findest du unter Gold sicher lagern.

Das zweite Risiko sind Fälschungen. Billige Fälschungen aus vergoldetem Messing fallen schnell auf. Gefährlich sind Barren mit Wolframkern: Wolfram hat fast dieselbe Dichte wie Gold (rund 19,25 gegenüber 19,32 g/cm³), sodass solche Stücke beim Wiegen kaum auffallen. Fälschungen gelangen fast immer über den Privatmarkt in Umlauf. Welche Prüfungen du selbst machen kannst und wann nur der Fachhändler weiterhilft, erklärt der Ratgeber Gold-Fälschungen erkennen.

Insider-Wissen

Die wirksamste Echtheitsprüfung ist die Bezugsquelle. Ein Fachhändler mit Sitz in Deutschland, der Neuware direkt von Prägestätten und Scheideanstalten bezieht, hat ein minimales Fälschungsrisiko. Im Handbuch zeigen wir in Kapitel 10 den kompletten Händler-Check mit 5 Fragen, die du vor jedem ersten Kauf stellen solltest – und woran du an der Antwort erkennst, ob ein Anbieter seriös ist. Einen Eindruck vom Aufbau des Buchs gibt dir die kostenlose Leseprobe.

Gold verkaufen in der Krise: Was du vorher wissen musst

Gold kauft man in ruhigen Zeiten – aber man sollte von Anfang an wissen, wie man es wieder zu Geld macht. In einer akuten Krise ist das schwieriger, als viele denken. Händler weiten ihre Spannen aus, wenn viele gleichzeitig kaufen oder verkaufen wollen, und können den Ankauf zeitweise einschränken. Größere Beträge zahlen sie meist per Überweisung aus; ab Juli 2027 gilt EU-weit zudem eine Obergrenze von 10.000 € für Barzahlungen im Handel. Für deine Planung heißt das: Rechne nicht damit, größere Goldverkäufe bar ausgezahlt zu bekommen.

Wer seinen Bestand in mehreren Größen hält, verkauft nur so viel, wie er wirklich braucht – und muss nicht den ganzen 100-g-Barren zum schlechten Kurs liquidieren. Wer Rechnungen hat, verkauft schneller und kann die Steuerfreiheit belegen. Und wer Notgroschen und Bargeld vorhält, muss in der Krise im Idealfall gar nicht verkaufen.

Dein Fahrplan: In 6 Schritten zum Krisengold

  1. Fundament prüfenKeine teuren Konsumschulden, Notgroschen auf mindestens zwei Banken, Bargeld für zwei bis vier Wochen zu Hause. Erst dann lohnt sich Edelmetall als nächste Schicht.
  2. Betrag und Rhythmus festlegenLege fest, welchen Teil deines Vermögens du in Edelmetall halten willst, und kaufe in festen Tranchen – etwa monatlich oder quartalsweise – statt alles auf einmal.
  3. Produkt wählenKern in Unzenmünzen oder LBMA-Barren, kleiner Anteil in teilbaren Stückelungen, Silber nur als Ergänzung. Keine Sammlermünzen, keine Medaillen.
  4. Händler prüfenAnkaufspreis erfragen, Spanne ausrechnen, Impressum und Sitz prüfen, ordentliche Rechnung verlangen. Niemals bei Anrufern kaufen, die dir unaufgefordert Gold anbieten.
  5. Lagerort und Versicherung klärenTresor und Hausratpolice aufeinander abstimmen oder Schließfach mieten. Eine zweite erwachsene Vertrauensperson einweihen.
  6. Alles dokumentierenFür jeden Kauf: Datum, Händler, Produkt, Stückzahl, Feingewicht, Preis, Rechnungsnummer, Lagerort. Rechnungskopien getrennt vom Metall aufbewahren.
Profi-Tipp

Bevor du das erste Mal kaufst, notiere bei zwei Händlern am selben Tag Verkaufs- und Ankaufspreis für eine Unzenmünze und einen 100-g-Barren. Rechne die Spanne aus. Nach diesen zehn Minuten erkennst du jedes überteuerte Angebot auf den ersten Blick. Der Gold-Aufgeld-Rechner am Ende dieser Seite nimmt dir die Rechnung ab.

Checkliste: Bist du bereit für deinen ersten Goldkauf?

  • Notgroschen steht, kein Dispo im Minus
  • Bargeldreserve für 2–4 Wochen vorhanden
  • Unterschied Aufgeld und Spanne verstanden
  • Anlagegold-Produkt ausgewählt (keine Sammlermünze)
  • Händler mit veröffentlichtem Ankaufspreis gefunden
  • Lagerort und Versicherungsgrenze geklärt
  • Edelmetall-Liste angelegt
  • Vertrauensperson weiß, dass es eine Reserve gibt

Gold ist kein Wundermittel, aber ein bewährter Baustein, der genau dann trägt, wenn Banken, Netze oder Währungen wackeln. Wer die Kostenfallen kennt, kauft in Ruhe, lagert mit Plan und dokumentiert sauber, hat am Ende deutlich mehr Gold im Tresor als jemand, der in der Panik zum erstbesten Angebot greift. Das vollständige System – von der Vermögens-Pyramide bis zum Verkauf in der Krise – findest du im Krisenvorsorge-System.

Alle Ratgeber zum Thema Gold & Silber

Häufige Fragen

Ist Gold in einer Krise wirklich sicher?

Physisches Gold hat kein Ausfallrisiko eines Schuldners: Es ist Eigentum an einer Sache und keine Forderung gegen eine Bank. Sicher vor Preisschwankungen ist es aber nicht – in Euro gerechnet schwankt der Goldpreis teils kräftig, und es gab mehrjährige Phasen mit real fallenden Preisen. Gold ist deshalb eine Versicherung über lange Zeiträume, kein Garant für jedes einzelne Jahr.

Wie viel Prozent des Vermögens sollte man in Gold halten?

Eine allgemeingültige Quote gibt es nicht – das hängt von Alter, Einkommen, Schulden und Risikobereitschaft ab. In vielen Vorsorge-Konzepten ist Edelmetall eine Beimischung, die erst nach Notgroschen und Bargeldreserve aufgebaut wird. Wer noch Dispo- oder Konsumschulden hat, tilgt diese besser zuerst. Dies ist keine Anlageberatung.

Ist Gold besser als Bargeld für den Notfall?

Beide haben unterschiedliche Aufgaben. Bargeld ist das Zahlungsmittel für die ersten Tage eines Blackouts oder einer Bankstörung – im Alltag kann man mit Gold kaum bezahlen. Gold ist der langfristige Wertspeicher außerhalb des Bankensystems. Sinnvoll ist deshalb beides in der richtigen Reihenfolge: erst Bargeld für zwei bis vier Wochen, dann Edelmetall.

Muss ich Gold beim Finanzamt angeben?

Der Besitz von physischem Gold im Privatvermögen muss in Deutschland nicht gemeldet werden; eine Vermögensteuer wird derzeit nicht erhoben. Steuerlich relevant wird Gold erst beim Verkauf innerhalb eines Jahres nach dem Kauf: Dann ist der Gewinn als privates Veräußerungsgeschäft (§ 23 EStG) steuerpflichtig, sofern alle solchen Gewinne des Jahres die Freigrenze von 1.000 € erreichen.

Was ist besser in der Krise: Gold oder Silber?

Gold konzentriert viel Wert auf wenig Raum und ist als Anlagegold umsatzsteuerfrei. Silber eignet sich als „Kleingeld“ für kleinere Tauschwerte, ist aber schwer, braucht viel Platz und kostet beim Kauf in der Regel Umsatzsteuer – bei Barren 19 %. Viele Vorsorger halten deshalb Gold als Kern und Silber nur als kleine Ergänzung.

Kann der Staat Gold verbieten oder einziehen?

In den USA mussten Privatleute 1933 per Präsidialerlass ihr Gold weitgehend abgeben – das ist das bekannteste historische Beispiel. In Deutschland gibt es derzeit kein Goldbesitzverbot und keine konkreten Pläne dafür. Wie jede Vermögensform unterliegt Gold aber der Gesetzgebung; deshalb streuen Vorsorger über mehrere Schichten statt alles auf eine Karte zu setzen.

Quellen & weiterführendUmsatzsteuergesetz (§ 25a Differenzbesteuerung, § 25c Anlagegold) · Richtlinie 2006/112/EG (Sonderregelung für Anlagegold) · Einkommensteuergesetz (§ 23 Private Veräußerungsgeschäfte) · Geldwäschegesetz (GwG) · Verordnung (EU) 2018/1672 (Überwachung von Barmitteln) · Verordnung (EU) 2024/1624 (AMLR) · London Bullion Market Association (LBMA) – Good Delivery List · DIN EN 1143-1 (Wertbehältnisse) · Verbraucherzentralen – Informationen zu Goldanlagen

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