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Blackout & Stromausfall

Blackout vorbereiten: Der komplette Plan für den Stromausfall

Aktualisiert: Lesezeit: 11 Min.Von der Verheimlicht-Redaktion
Kurz beantwortet

Einen Blackout bereitest du in sieben Bausteinen vor: Wasser, Essen, Wärme, Licht, Strom für Kleingeräte, Information und Bargeld. Die EU-Kommission rät, mindestens 72 Stunden ohne Hilfe auszukommen, das BBK empfiehlt Vorräte für 10 Tage. Die größten Gefahren sind nicht Dunkelheit und Kälte, sondern Kerzenbrände und Kohlenmonoxid aus Grills, Heizstrahlern oder Aggregaten in Innenräumen.

Montag, 28. April 2025, 12:33 Uhr: Binnen Sekunden ist fast die gesamte Iberische Halbinsel ohne Strom – weit über 50 Millionen Menschen. Kein Sturm, kein Krieg, ein sonniger Frühlingstag. Wer an diesem Tag Bargeld, Wasser und ein Batterieradio im Haus hatte, saß den Ausfall entspannt aus. Alle anderen standen vor schwarzen Kartenterminals.

Diese Seite ist dein Überblick: was ein Blackout wirklich ist, wie wahrscheinlich er in Deutschland ist, was in welcher Reihenfolge ausfällt – und wie du dich mit überschaubarem Aufwand so vorbereitest, dass aus einem Stromausfall kein Notfall wird. Zu jedem Baustein findest du einen vertiefenden Ratgeber.

72 hso lange sollst du laut EU-Kommission mindestens autark sein
10 TageVorratsempfehlung des BBK für Essen und Getränke
≈ 12 Min.ungeplanter Stromausfall pro Haushalt und Jahr in Deutschland (Bundesnetzagentur)
≈ 4 hhält ein geschlossener Kühlschrank seine Kälte

Was ist ein Blackout? Unterschied zum normalen Stromausfall

Ein Blackout ist ein großflächiger, meist länger andauernder Ausfall der Stromversorgung, der ganze Regionen oder Länder gleichzeitig trifft. Ein normaler Stromausfall betrifft dagegen einen Straßenzug, einen Stadtteil oder einen Landkreis und ist meist nach Minuten bis wenigen Stunden behoben.

Der Unterschied ist nicht akademisch. Bei einem lokalen Ausfall fährst du zum Einkaufen in den Nachbarort, übernachtest bei Verwandten oder lädst dein Handy im Büro. Bei einem großflächigen Blackout gibt es kein „Draußen“, in das du ausweichen kannst – auch Feuerwehr, THW und Supermärkte im Umkreis sind dann selbst betroffen.

MerkmalLokaler StromausfallGroßflächiger Blackout
AusdehnungStraße bis Landkreismehrere Bundesländer oder Staaten
Häufigkeitregelmäßigsehr selten
Hilfe von außenja – THW, Nachbarregionen, mobile Aggregatestark eingeschränkt
Einkaufenim Nachbarort möglichnur, was du im Haus hast
Typische DauerMinuten bis Stunden; bei Schäden TageStunden bis Tage
Typischer Fehler„Der ist gleich wieder da“zu spät Wasser, Bargeld und Licht sichern

Wichtig für deine Vorsorge: In den ersten Minuten kannst du die beiden Fälle kaum unterscheiden. Deshalb lautet die Grundregel jeder seriösen Notfallplanung: Handle so, als könnte es lange dauern. Wasser abzufüllen kostet nichts – es zu versäumen kann sehr viel kosten.

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Deutschland?

Die ehrliche Antwort hat zwei Teile. Erstens: Das deutsche Stromnetz ist extrem zuverlässig. Es ist Teil des kontinentaleuropäischen Verbundnetzes, in dem alle großen Kraftwerke synchron mit 50 Hertz laufen, und wird nach dem sogenannten n-1-Prinzip betrieben: Fällt ein einzelnes Element aus – eine Leitung, ein Trafo, ein Kraftwerksblock –, darf das keine Kettenreaktion auslösen.

Zweitens: n-1 schützt gegen einen Ausfall, nicht gegen mehrere gleichzeitig. Genau die entstehen bei Eisregen, Orkan, Hochwasser, einem gezielten Anschlag oder einer Verkettung von Schaltfehlern. Am 4. November 2006 genügte die geplante Abschaltung einer einzigen 380-kV-Leitung in Niedersachsen, damit das europäische Netz in drei Teile zerfiel. Mehr als zehn Millionen Haushalte in mehreren Ländern waren bis zu rund zwei Stunden ohne Strom.

Die fünf Ursachen-Familien

  • Technik und Betrieb: Überlastung, Schutzauslösungen, Spannungsprobleme, die sich kaskadenartig ausbreiten (Europa 2006, Iberische Halbinsel 2025). Meist nach Stunden behoben.
  • Wetter und Natur: Eislast knickt Masten, Hochwasser zerstört Umspannwerke (Münsterland 2005, Ahrtal 2021). Lokal oft Tage.
  • Cyberangriff: Fernabschaltung über die Leittechnik, wie in der Ukraine 2015 und 2016.
  • Sabotage und Brandanschläge: Feuer an Masten, Kabelbrücken und Kabelschächten (Berlin 2025/26). Dauer bestimmt durch die Reparatur.
  • Erzeugungsmangel: zu wenig Kraftwerksleistung, etwa in extremen Kältewellen; Netzbetreiber schalten dann rollierend ab, um den Totalausfall zu verhindern. In Deutschland gab es das bisher nicht.

Die Ursache entscheidet vor allem über die Dauer. Muss „nur“ geschaltet werden, sind es Stunden. Ist Hardware zerstört, gelten andere Zeitmaßstäbe: Ein großer Transformator ist ein Einzelstück mit langen Lieferzeiten.

Mythos„Ein Blackout ist nach ein paar Stunden vorbei. Der Strom kommt einfach wieder.“
FaktEin schwarzes Netz lässt sich nicht wie eine Sicherung wieder einschalten. Es wird Stück für Stück neu aufgebaut, beginnend mit schwarzstartfähigen Kraftwerken. Selbst bei intakten Anlagen dauerte das in Spanien bis in die Nacht. Sind Anlagen beschädigt, sind Tage realistisch – wie Berlin gezeigt hat.

Reale Fälle: Spanien/Portugal 2025 und Berlin 2025/26

Zwei Ereignisse der jüngsten Zeit zeigen die beiden Grundtypen eines Stromausfalls in Reinform: den großflächigen Zusammenbruch eines intakten Netzes – und den lokalen, aber langen Ausfall durch zerstörte Anlagen.

Iberische Halbinsel, 28. April 2025

12:33 UHR

Kollaps in Sekunden

Im spanischen Netz fällt schlagartig Erzeugungsleistung weg, die Verbindung nach Frankreich trennt sich, Spanien und Portugal werden schwarz.

NACHMITTAG

Stillstand

Metro und Züge stehen, Ampeln sind aus, Mobilfunk und Kartenzahlung gestört. Krankenhäuser laufen auf Notstrom.

ABEND

Netzwiederaufbau

Wasserkraftwerke übernehmen den Schwarzstart, über die Verbindungen nach Frankreich und Marokko kommt Spannung ins Netz. Region für Region kehrt der Strom zurück.

29. APRIL

Weitgehend wiederhergestellt

In der Nacht und am frühen Morgen melden beide Länder die nahezu vollständige Versorgung.

Die offiziellen Untersuchungen der spanischen Regierung und der europäischen Netzbetreiber (ENTSO-E) beschreiben eine Kette von Überspannungen, bei der sich Erzeugungsanlagen nacheinander vom Netz trennten. Belege für einen Cyberangriff fanden sie nach den veröffentlichten Ergebnissen nicht. Für dich als Haushalt zählt die praktische Lehre: Nur Bargeld funktionierte, Informationen kamen über das Batterieradio.

Berlin, September 2025 und Januar 2026

Im September 2025 legten Brandstifter im Südosten Berlins Feuer an Hochspannungsmasten. Zehntausende Haushalte und viele Betriebe waren ohne Strom, erst nach rund zweieinhalb Tagen war die Versorgung weitgehend zurück. Im Januar 2026 traf ein Brandanschlag auf Stromkabel den Südwesten der Stadt – diesmal bei Frost und über mehrere Tage. Behörden und Hilfsorganisationen richteten Anlaufstellen und Wärmeräume ein.

Lehre aus Berlin

Für einen mehrtägigen Ausfall braucht es keinen europaweiten Zusammenbruch. Ein Anschlag auf einen neuralgischen Punkt genügt. Im Winter wird aus einem Stromausfall nach ein, zwei Tagen ein Wärmeproblem.

In Berlin konnten viele Betroffene zu Verwandten im versorgten Umland ausweichen. Bei einem großflächigen Ereignis gäbe es diese Option nicht – genau deshalb ist eigene Vorsorge kein Misstrauen gegenüber dem Staat, sondern schlichte Entlastung der Einsatzkräfte.

Tiefer einsteigen? Kapitel 2 „Blackout“, Kapitel 4 „Die ersten 72 Stunden“ und Kapitel 7 „Energie, Licht & Kommunikation“ im Krisenvorsorge-System zeigt dir den kompletten Plan.

Leseprobe ansehen →

Was fällt bei einem Blackout wann aus?

Die gründlichste Analyse für Deutschland stammt vom Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag: der TAB-Arbeitsbericht Nr. 141. Sein Kernbefund: Bei einem großflächigen, lang andauernden Stromausfall wäre schon nach wenigen Tagen die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern kaum noch sicherzustellen.

Typischerweise kippen die Systeme in einer Kaskade:

  • Sofort: Licht, Router und Festnetz, Kartenzahlung und Geldautomaten, Zapfsäulen, Ampeln, elektrische Bahnen, fast alle Zentralheizungen – auch Gas- und Ölheizungen.
  • Nach Stunden: viele Mobilfunkstandorte, wenn ihre Akkupuffer leer sind; Wasserdruck in Hochhäusern und Gebieten mit Pumpbetrieb; der Kühlschrank wird warm.
  • Nach 1–3 Tagen: Trinkwasser vielerorts nur noch über Notversorgung, Gefriergut taut, Diesel für Notstromaggregate wird zum Engpass, Kliniken arbeiten im Notbetrieb.

Diese Reihenfolge ist ein Muster, kein Fahrplan: Ob dein Wasser nach einer Stunde oder einem Tag versiegt, hängt von Topografie, Wasserwerk und Stockwerk ab. Die vollständige Zeitleiste mit allen Lebensbereichen zeigt der Ratgeber Blackout-Ablauf: Was fällt wann aus? – dort kannst du den Verlauf im Blackout-Simulator auch Stunde für Stunde durchspielen.

Blackout vorbereiten: die 7 Bausteine

Gute Blackout-Vorsorge ist kein Bunker im Keller. Sie besteht aus sieben Bausteinen, von denen jeder für sich überschaubar ist. Die Tabelle zeigt dir das Minimum für 72 Stunden und das Ziel für 10 Tage.

BausteinMinimum (72 h)Ziel (10 Tage)
Wasser2 L pro Person und Tag zum Trinken; bei Ausfall sofort Badewanne und Kanister füllen20 L Getränke pro Person laut BBK, dazu Brauchwasser
Essen & Kühlungerst Kühlschrank, dann Tiefkühler leeren; Brot, Konserven, NüsseVorrat nach BBK-Liste, Gaskocher mit Kartuschen
WärmeSchlafsäcke, Decken, Mützen, WärmflascheWärmeinsel-Raum vorbereitet, CO-Melder, ggf. Kaminofen mit Holzvorrat
LichtStirnlampe pro Person, BatterienLaterne pro Raum, einheitlicher Batterietyp, Reserve
Stromgeladene PowerbanksPowerstation (300–1.000 Wh), ggf. Solarpanel
InformationUKW-Radio mit Batterie oder Kurbel, Sender notiertPMR-Funkgeräte, Anlaufstelle bekannt, Familien-Treffpunkte
Geld & PapiereBargeld in kleinen ScheinenNotreserve nach Haushaltsgröße, Dokumentenmappe

Wasser und Essen

Wasser ist der Baustein mit der kürzesten Frist. In Hochhäusern mit Druckerhöhungspumpen kann es in den oberen Etagen sofort weg sein. Rechne mit 2 Litern pro Person und Tag nur zum Trinken; Kochen und Hygiene kommen dazu. Am einfachsten lagerst du Trinkwasser als Mineralwasser im Kasten und rotierst es im Alltag. Für Lebensmittel gilt die BBK-Empfehlung von 10 Tagen – die Mengen pro Person findest du in der Notvorrat-Liste nach BBK.

Unterschätzt wird die Kühlung: Ein geschlossener Kühlschrank hält rund vier Stunden kalt, eine volle Gefriertruhe bis etwa 48 Stunden. Was du wann isst und was weg muss, erklärt Kühlschrank & Gefriertruhe bei Stromausfall.

Wärme

Fast jede Zentralheizung braucht Strom – Gas, Öl, Pellets und Wärmepumpe gleichermaßen. Im Winter verlierst du deshalb vom ersten Tag an Wärme. Die Lösung ist nicht, die Wohnung zu heizen, sondern einen kleinen Raum als Wärmeinsel herzurichten und die Menschen zu wärmen statt die Luft. Wie das sicher geht und warum Grill, Holzkohle und Gasheizer drinnen lebensgefährlich sind: Heizen ohne Strom.

Licht und Strom

Licht ist der Bereich, in dem du mit wenig Geld am meisten Sicherheit gewinnst: eine Stirnlampe pro Person, eine LED-Laterne für den Aufenthaltsraum, Batterien in einem einheitlichen Format. Kerzen sind im Stromausfall eine der häufigsten Brandursachen – Details in Licht ohne Strom.

Eine Powerstation ist kein Notstrom fürs Haus, sondern eine Ladestation für Handys, Lampen-Akkus, Radio und – wichtig – Medizingeräte. Ein normales Balkonkraftwerk liefert bei Netzausfall in der Regel keinen Strom. Die ehrliche Wattstunden-Rechnung findest du unter Powerstation & Notstrom.

Information und Kommunikation

Router und Festnetz fallen sofort aus, das Handynetz meist nach einigen Stunden. Dann ist das UKW-Radio mit Batterie dein Draht zu den Behörden. Für die Familie im Ort sind anmeldefreie PMR-Funkgeräte ein günstiger Einstieg. Mehr dazu: Kommunikation ohne Handynetz.

Geld

Ohne Strom funktionieren weder Kartenterminals noch Geldautomaten. Läden, die überhaupt öffnen, nehmen nur Bargeld – und Wechselgeld wird schnell knapp. Halte deshalb eine Reserve in kleinen Scheinen und Münzen. Wie viel sinnvoll ist, hängt von Haushaltsgröße und laufenden Ausgaben ab – als Startpunkt genügt, was du für einige Tage Einkäufe bar brauchst.

Aus dem Handbuch

Im Krisenvorsorge-System zerlegen wir den Blackout in Kapitel 2 wie ein Unfallgutachter – vom 50-Hertz-Netz über den Lastabwurf bis zum Schwarzstart – und liefern in Kapitel 4 den Minute-für-Minute-Plan für die erste Stunde plus einen Kühlschrank-Aushang zum Ausschneiden. Einen Eindruck bekommst du in der kostenlosen Leseprobe.

Die ersten 72 Stunden im Überblick

Ein Blackout ist keine einzelne Situation, sondern eine Abfolge von Lagen. Jede Phase hat eine Hauptaufgabe – wer sie kennt, macht in der ersten Stunde nicht alles gleichzeitig und steht am dritten Tag nicht ohne Reserven da.

  1. 0–15 Minuten: Lage klärenSicherungskasten prüfen, aus dem Fenster schauen: Sind Nachbarhäuser, Straßenlaternen und Ampeln dunkel? Taschenlampe statt Kerze.
  2. Stunde 1: Wasser sichernSolange noch Druck auf der Leitung ist, Badewanne, Kanister und Töpfe füllen. Herd und Bügeleisen ausschalten, empfindliche Geräte ausstecken.
  3. Stunde 2–24: Informiert bleibenRadio zur vollen Stunde, Handy in den Flugmodus. Im Winter einen Raum als Wärmeinsel vorbereiten.
  4. Tag 2–3: HaushaltenErst Kühlschrank, dann Tiefkühler, dann Vorräte. Toilette mit einem Eimer Brauchwasser spülen. Ältere Nachbarn besuchen.

Was du in jeder Phase konkret tust, welche Fehler am meisten kosten und was beim Wiederkehren des Stroms zu beachten ist, steht im Ratgeber Stromausfall – was tun?.

Drei Stufen der Blackout-Vorsorge
Stufe 1 · 72 Stunden Wasser, Licht, Radio, Bargeld Stufe 2 · 10 Tage BBK-Vorrat, Gaskocher, Powerbanks, Hygiene Stufe 3 · Winterfest Wärmeinsel, CO-Melder, Powerstation, Funk, Nachbarschaftsplan EU-Empfehlung BBK-Empfehlung Lehre aus Berlin 2026
Vereinfachte Darstellung. Jede Stufe baut auf der vorherigen auf – Stufe 1 lässt sich an einem Nachmittag erledigen.

Die größten Gefahren im Blackout: Feuer und Kohlenmonoxid

In Stromausfällen sterben Menschen selten an der Dunkelheit. Sie sterben an den Folgen improvisierter Lösungen: Kohlenmonoxid aus Grills, Heizstrahlern oder Notstromaggregaten in Innenräumen, Brände durch Kerzen, Stürze im Dunkeln, ausgefallene medizinische Geräte. Wer vorbereitet ist, muss nicht improvisieren.

Lebensgefahr: Kohlenmonoxid

Holzkohle- und Gasgrills, Terrassen-Heizstrahler, Campingkocher ohne Innenraumfreigabe und Stromaggregate gehören niemals in Wohnung, Keller, Garage, Zelt oder Gartenhaus – auch nicht „nur kurz“ oder bei offenem Fenster. Kohlenmonoxid ist farb-, geruch- und geschmacklos. Erste Anzeichen wie Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit werden leicht verwechselt; wer dann einschläft, wacht womöglich nicht mehr auf. Bei Verdacht: Fenster auf, alle ins Freie, Notruf 112. Ein batteriebetriebener CO-Melder nach EN 50291 kostet wenig und kann Leben retten.

Profi-Tipp

Lebt bei dir jemand mit Beatmungsgerät, Sauerstoffkonzentrator, Ernährungspumpe oder elektrischem Pflegebett? Kläre heute mit Pflegedienst, Hilfsmittelversorger und Arzt: Wie lange halten die Akkus? Gibt es Ersatz? Wohin wird im Notfall verlegt? Notiere die Antworten auf einem Blatt direkt am Gerät.

Was der Staat im Blackout tut – und was nicht

Bei einem größeren Ausfall bilden Landkreise und kreisfreie Städte Krisenstäbe; bei entsprechender Lage wird der Katastrophenfall ausgerufen. Für dich sind drei Strukturen wichtig:

  • Notfall-Anlaufstellen: Viele Kommunen haben Orte festgelegt, an denen du Notrufe über Behördenfunk absetzen und Informationen bekommen kannst – je nach Ort Notfall-Infopunkt, Notfalltreffpunkt oder, in Berlin, Katastrophenschutz-Leuchtturm genannt. Oft sind es Feuerwehrhäuser, Rathäuser oder Schulen.
  • Notstrom für kritische Infrastruktur: Krankenhäuser, Leitstellen, Behördenfunk und große Sender haben Netzersatzanlagen. Viele, aber nicht alle Wasserwerke ebenfalls. Privathaushalte stehen – zu Recht – nicht an erster Stelle.
  • Treibstoff: Deutschland hält über den Erdölbevorratungsverband Vorräte für 90 Tage der Nettoimporte. Das Problem im Blackout ist nicht die Menge, sondern die Verteilung: Tanklager und Zapfsäulen brauchen Strom, und jedes Aggregat läuft nur, solange Diesel nachkommt.

Warnungen laufen über das Modulare Warnsystem des Bundes an Radio, Apps, Cell Broadcast und Sirenen. Im Blackout ist UKW-Radio mit Batterie das robusteste dieser Warnmittel, weil Apps und Cell Broadcast ein funktionierendes Mobilfunknetz brauchen. Ob die einzelnen Kanäle bei dir ankommen, testest du am besten am bundesweiten Warntag.

Fakt

Nach § 13 Energiewirtschaftsgesetz dürfen Übertragungsnetzbetreiber in einer Notlage ganze Regionen gezielt abschalten, um das Gesamtnetz zu retten. Für normale Versorgungsunterbrechungen haften Netzbetreiber gegenüber Haushalten nur eingeschränkt. Verdorbene Lebensmittel oder Überspannungsschäden bleiben deshalb oft an dir hängen – ein Blick in die Bedingungen deiner Hausratversicherung lohnt sich.

Blackout-Checkliste: In einem Wochenende vorbereitet

Du musst nicht alles auf einmal kaufen. Diese Punkte bringen dich an einem Wochenende von „unvorbereitet“ auf Stufe 1 – und kosten zum großen Teil nur Zeit:

  • Stirnlampe pro Person an einem festen Platz in Türnähe
  • UKW-Radio mit Batterie oder Kurbel, Frequenz des Landessenders auf Zettel
  • Wasser für 3 Tage im Haus, leere Kanister für den Ernstfall
  • Bargeld in kleinen Scheinen und Münzen
  • Powerbanks dauerhaft geladen halten
  • Schlafsack und Decke pro Person griffbereit
  • CO-Melder und Rauchmelder testen
  • Gaskocher mit Kartuschen für draußen oder zugelassenen Innenraumbetrieb
  • Nächste Notfall-Anlaufstelle recherchieren und notieren
  • Familien-Treffpunkte und Kontaktperson außerhalb der Region festlegen
  • Prüfen: Hochbehälter oder Pumpen beim Wasser? Hebeanlage im Keller?
  • Zwei Nachbarn notieren, die Hilfe brauchen könnten

Der nächste Schritt danach: ein Familien-Notfallplan mit zwei Treffpunkten, einer Kontaktperson außerhalb der Region und einer Notfallkarte für jedes Kind. Die komplette Vorsorge für alle sechs Krisenszenarien – vom Blackout bis zur Bankenkrise – bündelt das Krisenvorsorge-System mit Checklisten und Vorlagen zum Ausdrucken.

Was kaum jemand weiß

Der bundesweite Warntag am zweiten Donnerstag im September ist der beste Termin für deinen Blackout-Test: Hat dein Handy die Cell-Broadcast-Nachricht bekommen? Hast du eine Sirene gehört – oder gibt es bei dir gar keine? Leg an diesem Tag auch Lampen, Radio und Powerbanks auf den Tisch und prüfe, was geladen ist. Was nicht funktioniert, kannst du jetzt noch ändern.

Alle Ratgeber zum Thema Blackout

Häufige Fragen

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Deutschland?

Ein großflächiger Blackout über mehrere Bundesländer ist in Deutschland sehr selten – das Netz gehört zu den zuverlässigsten der Welt, im Schnitt fällt der Strom laut Bundesnetzagentur nur rund zwölf Minuten pro Jahr aus. Mehrtägige regionale Ausfälle sind aber real, wie die Brandanschläge in Berlin im September 2025 und Januar 2026 gezeigt haben.

Wie lange dauert ein Blackout?

Ohne beschädigte Anlagen dauert der Netzwiederaufbau typischerweise Stunden – Spanien und Portugal waren am 28. April 2025 nach rund einem halben Tag wieder weitgehend versorgt. Sind Masten, Kabel oder Transformatoren zerstört, dauert es Tage. In den ersten Minuten weißt du nicht, welcher Fall vorliegt.

Was sollte man für einen Blackout zu Hause haben?

Das Minimum: Trinkwasser (rund 2 Liter pro Person und Tag), Lebensmittel, die ohne Kühlung halten, eine Stirnlampe pro Person, ein Batterie- oder Kurbelradio mit UKW, geladene Powerbanks, Bargeld in kleinen Scheinen, warme Schlafsäcke und einen Gaskocher mit Kartuschen. Die Mengen für 10 Tage zeigt die Notvorrat-Liste nach BBK.

Funktioniert das Handy bei einem Blackout?

Anfangs oft noch, aber eingeschränkt: Viele Mobilfunkstandorte sind nur für begrenzte Zeit über Akkus gepuffert, und das Netz ist schnell überlastet. Bei einem großflächigen Ausfall ist der Mobilfunk meist nach Stunden weitgehend weg. Zuverlässigste Informationsquelle bleibt ein UKW-Radio mit Batterien.

Funktioniert die Gasheizung bei Stromausfall?

Nein, in aller Regel nicht. Moderne Gas-, Öl- und Pelletheizungen brauchen Strom für Zündung, Gebläse, Steuerung und Umwälzpumpe. Ohne Netz heizt nur ein Ofen ohne elektrische Bauteile, etwa ein abgenommener Kaminofen.

Wo bekomme ich im Blackout Hilfe, wenn das Telefon nicht geht?

Viele Kommunen richten Notfall-Infopunkte oder Anlaufstellen ein, oft in Feuerwehrhäusern, Rathäusern oder Schulen. Dort kannst du über Behördenfunk einen Notruf absetzen und bekommst Informationen. Wo deine nächste Stelle liegt, erfährst du vorab bei Gemeinde oder Feuerwehr.

Quellen & weiterführendTAB-Arbeitsbericht Nr. 141 (Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag) · BBK – Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen · Europäische Kommission – Preparedness Union Strategy (März 2025) · Bundesnetzagentur – Kennzahlen zur Versorgungsunterbrechung Strom · ENTSO-E – Berichte zum Ausfall auf der Iberischen Halbinsel (28.04.2025) und zur Netzauftrennung vom 04.11.2006 · Erdölbevorratungsgesetz · Energiewirtschaftsgesetz (§ 13)

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