Notvorrat-Liste nach BBK: Mengen für 10 Tage
Das BBK empfiehlt einen Notvorrat für 10 Tage. Pro Person sind das 20 Liter Getränke und rund 14,5 kg Lebensmittel: 3,5 kg Getreide, Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis · 4 kg Gemüse und Hülsenfrüchte · 2,5 kg Obst und Nüsse · 2,6 kg Milchprodukte · 1,5 kg Fisch, Fleisch, Eier · 0,36 kg Fette und Öle. Das ergibt etwa 2.200 kcal am Tag. Für 4 Personen sind es 80 Liter und rund 58 kg.
Wie viele Tage kämst du mit dem aus, was gerade in deiner Küche steht – ohne Einkauf und ohne Kühlschrank? Die meisten Haushalte schaffen zwei bis drei. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) empfiehlt zehn. Hier ist die offizielle Mengenliste, hochgerechnet auf deinen Haushalt, und das, was in keiner Behördenliste steht.
Was das BBK für 10 Tage empfiehlt
Die Notvorrat-Liste des BBK ist eine Mengenempfehlung nach Lebensmittelgruppen: Sie sagt dir, wie viel Kilogramm Getreide, Gemüse, Obst, Milchprodukte, Eiweiß und Fett ein Erwachsener für zehn Tage braucht, um mit rund 2.200 Kilokalorien am Tag ausgewogen versorgt zu sein. Welche Produkte du konkret kaufst, entscheidest du selbst.
Warum gerade zehn Tage? Weil das der Zeitraum ist, in dem staatliche Strukturen bei einer großflächigen Lage – einem langen Stromausfall, einer Unwetterkatastrophe, einer gestörten Lieferkette – nicht jeden einzelnen Haushalt versorgen können. Der Bericht des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Bundestag (TAB-Arbeitsbericht Nr. 141) hat gezeigt, dass schon nach wenigen Tagen ohne Strom eine flächendeckende Versorgung kaum noch sicherzustellen ist.
Notvorrat-Tabelle: Mengen für 1, 2 und 4 Personen
Die folgende Tabelle zeigt die BBK-Mengen pro Person und linear hochgerechnet auf zwei und vier Personen. Für Kinder darfst du etwas weniger ansetzen, für Jugendliche im Wachstum und körperlich Arbeitende eher mehr. Rechnest du eine Familie mit Kindern wie vier Erwachsene, bleibt automatisch ein Puffer.
| Lebensmittelgruppe (10 Tage) | 1 Person | 2 Personen | 4 Personen |
|---|---|---|---|
| Getränke (Wasser, Saft, Tee …) | 20 L | 40 L | 80 L |
| Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis | 3,5 kg | 7,0 kg | 14,0 kg |
| Gemüse, Hülsenfrüchte | 4,0 kg | 8,0 kg | 16,0 kg |
| Obst, Nüsse | 2,5 kg | 5,0 kg | 10,0 kg |
| Milch, Milchprodukte | 2,6 kg | 5,2 kg | 10,4 kg |
| Fisch, Fleisch, Eier bzw. Volleipulver | 1,5 kg | 3,0 kg | 6,0 kg |
| Fette, Öle | 0,36 kg | 0,72 kg | 1,44 kg |
| Gesamt ohne Getränke | ≈ 14,5 kg | ≈ 29 kg | ≈ 58 kg |
Mengen pro Person nach BBK-Empfehlung, Basis rund 2.200 kcal pro Tag. Zucker, Honig, Salz, Gewürze, Brühe und Kaffee oder Tee kommen nach Belieben dazu.
Was hinter den Lebensmittelgruppen steckt
Die Gruppen sind bewusst offen formuliert. Entscheidend ist, dass du die Mengen mit Produkten füllst, die lange halten, ohne Kühlung auskommen und die du auch im Alltag isst. Ein paar Orientierungspunkte:
Getreide, Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis (3,5 kg)
Das ist dein Energielieferant. Reis, Nudeln, Haferflocken, Knäckebrot und Zwieback liefern viele Kalorien pro Euro und lagern trocken problemlos. Frische Kartoffeln nur, wenn du einen kühlen, dunklen Ort hast. Kartoffelpüree-Flocken oder Couscous garen in wenigen Minuten und sparen Brennstoff.
Gemüse und Hülsenfrüchte (4 kg)
Die größte Gruppe. Gemeint sind vor allem Konserven und Gläser: Erbsen, Bohnen, Mais, Rotkohl, Sauerkraut, passierte Tomaten, Kichererbsen. Getrocknete rote Linsen sind die Ausnahme, die sich lohnt: Sie garen in etwa 10 bis 15 Minuten. Die Flüssigkeit aus Gemüsedosen ist übrigens Kochwasser, das du nicht lagern musst.
Obst und Nüsse (2,5 kg)
Obstkonserven, Apfelmus, Trockenobst, Nüsse und lagerfähige Äpfel. Nüsse sind Kalorienbomben, werden aber durch ihren Fettgehalt nach einiger Zeit ranzig. Sie gehören deshalb fest in die Rotation.
Milch und Milchprodukte (2,6 kg)
H-Milch, Milchpulver, Kondensmilch und Hartkäse am Stück. Frischmilch und Joghurt zählen nicht, sie brauchen Kühlung. H-Milch hat ein Mindesthaltbarkeitsdatum von einigen Monaten und rotiert im Alltag ganz von selbst.
Fisch, Fleisch, Eier (1,5 kg)
Thunfisch, Makrele, Sardinen und Fleisch- oder Wurstkonserven liefern Eiweiß ohne Kühlschrank. Eier halten kühl gelagert einige Wochen. Wer kein Fleisch isst, gleicht über Hülsenfrüchte, Nüsse und Erdnussbutter aus.
Fette und Öle (0,36 kg)
Klingt nach wenig, sind aber rund 3.000 Kilokalorien. Rapsöl ist günstig und vielseitig. Öl wird nach etwa ein bis zwei Jahren ranzig und gehört nicht in die Ecke, sondern in die Rotation.
Plane mindestens ein Drittel des Vorrats so, dass er kalt essbar ist: Knäckebrot, Konserven, Nüsse, Haferflocken mit H-Milch, Erdnussbutter. Fällt der Strom aus und dein Kocher streikt oder fehlt, hast du trotzdem vollwertige Mahlzeiten. Wie du sicher kochst, liest du im Ratgeber Kochen ohne Strom.
Tiefer einsteigen? Kapitel 5 „Wasser“ und Kapitel 6 „Der 10-Tage-Vorrat“ im Krisenvorsorge-System zeigt dir den kompletten Plan.
Leseprobe ansehen →Rechner: Wie viel Notvorrat brauchst du?
Gib ein, wie viele Erwachsene und Kinder in deinem Haushalt leben und für wie viele Tage du planen willst. Der Rechner nutzt die BBK-Mengen und erstellt dir eine druckbare Übersicht.
Notvorrat-Checkliste: was außer Essen dazugehört
Ein Notvorrat ist mehr als ein volles Regal. Die BBK-Checkliste nennt neben Lebensmitteln auch Dinge, ohne die zehn Tage schnell ungemütlich werden. Hake ab, was du schon hast:
- Getränke: 20 L pro Person, mehr bei Hitze und für Stillende
- Lebensmittel nach der Tabelle oben
- Kochmöglichkeit ohne Strom plus Brennstoff
- Taschen- oder Stirnlampe pro Person, Ersatzbatterien
- Batterie- oder Kurbelradio mit UKW
- Hausapotheke und persönliche Medikamente
- Hygiene: Toilettenpapier, Seife, Feuchttücher, Müllbeutel
- Händedesinfektion und Einmalhandschuhe
- Etwas Bargeld in kleinen Scheinen
- Dokumentenmappe mit Kopien wichtiger Papiere
- Sonderbedarf: Babynahrung, Diätprodukte, Tierfutter
- Edding für das Datum auf jeder Packung
Für den medizinischen Teil gibt es eine eigene, ausführliche Hausapotheke-Liste für den Krisenfall. Und wenn Tiere im Haushalt leben: Futter, Wasser und Medikamente für sie gehören in dieselbe Rechnung, mehr dazu unter Haustiere im Notfall.
Die 5 häufigsten Fehler bei der Notvorrat-Liste
- Nur Dosen kaufenFertiggerichte aus der Dose sind schwer, salzig, teuer pro Kalorie und nach drei Tagen eintönig. Kalorien kommen billiger aus Reis, Nudeln, Haferflocken und Öl. Konserven liefern Geschmack, Eiweiß und Vitamine.
- Dinge lagern, die niemand isstDer Klassiker: zehn Dosen Erbsensuppe, die keiner mag. Sie laufen ab, werden weggeworfen, der Vorrat frustriert. Lagere, was ihr im Alltag gern esst.
- Das Wasser vergessenLebensmittel sind schnell gekauft, die 20 Liter pro Person werden oft „später“ besorgt. Dabei kommt im Ernstfall gerade in Hochhäusern schnell kein Wasser mehr aus der Leitung. Wie viel du brauchst, zeigt der Ratgeber Wasservorrat anlegen.
- Ohne Kochplan einkaufenFünf Kilo Trockenbohnen sind ohne Herd fast wertlos: Sie müssen eingeweicht und lange gekocht werden. Prüfe bei jedem Produkt, ob du es ohne Strom zubereiten kannst.
- Einmal kaufen, nie wieder anschauenEin Vorrat ohne Rotation ist nach drei Jahren zur Hälfte abgelaufen. Mit festem Platz, Datum auf der Packung und „älteste zuerst“ läuft nichts ab.
Welche Produkte wirklich jahrelang halten und welche du besser alle paar Monate tauschst, steht im Ratgeber lange haltbare Lebensmittel.
So setzt du die Liste in 4 Schritten um
- Bestand aufnehmenSchreib auf, was schon da ist. Viele Haushalte haben Reis, Nudeln und ein paar Dosen – das zählt bereits.
- Lücken berechnenMit der Tabelle oder dem Rechner die Fehlmengen pro Gruppe ermitteln. Getränke und Fett werden am häufigsten unterschätzt.
- In Raten einkaufenBei jedem Wocheneinkauf einige Vorratsartikel extra mitnehmen. Nach wenigen Wochen steht der Vorrat, ohne dass es im Budget auffällt. Wie das mit kleinem Geld klappt, zeigt der Ratgeber Notvorrat günstig anlegen.
- Lagern und rotierenFester Platz, kühl, trocken, dunkel. Datum mit Edding groß auf jede Packung, neue Ware nach hinten, alte nach vorn.
Die BBK-Tabelle sagt dir, wie viel. Im Krisenvorsorge-System zeigen wir in Kapitel 6, was genau du kaufst: konkrete Einkaufslisten für 100 €, 500 € und 1.000 €+ mit Mengen für 1 und 4 Personen, dazu einen Supermarkt-Plan, mit dem der Grundvorrat in rund 45 Minuten im Wagen liegt. Einen ersten Eindruck gibt die kostenlose Leseprobe.
Wie der Vorrat im Ernstfall eingesetzt wird
Die richtige Reihenfolge verlängert jeden Vorrat. Bei einem Stromausfall isst du zuerst den Kühlschrank leer – ein geschlossener Kühlschrank bleibt nur grob vier Stunden kalt. Danach kommt die Tiefkühltruhe an die Reihe, die voll und geschlossen bis zu etwa 48 Stunden durchhält. Erst dann greifst du auf die lagerfähigen Vorräte zurück.
So verlängerst du deine zehn Tage effektiv um zwei bis drei Tage. Was in welcher Stunde eines Blackouts zu tun ist, zeigt der Ratgeber Stromausfall – was tun?. Den Überblick über alle Themen rund um Vorrat, Wasser und Kochen findest du auf der Übersichtsseite Notvorrat & Wasser.
Die BBK-Liste ist für gesunde Erwachsene gerechnet. Sonderbedarfe – Säuglingsnahrung, Produkte bei Zöliakie oder Allergien, Diabetes-Bedarf, Tierfutter – kannst du im Ernstfall nicht beim Nachbarn borgen. Plane sie deshalb zuerst und mit Reserve.
Häufige Fragen
Ist ein Notvorrat in Deutschland Pflicht?
Nein. Für Privathaushalte gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Bevorratung. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt aber ausdrücklich, Lebensmittel und Getränke für 10 Tage im Haus zu haben, weil staatliche Hilfe in einer großflächigen Lage nicht sofort jeden Haushalt erreicht.
Was kostet ein Notvorrat nach BBK-Liste?
Mit Discounter- und Eigenmarkenprodukten kostet ein 10-Tage-Grundvorrat für eine Person grob 90 bis 100 Euro (Stand 2026). Für vier Personen liegst du dank Großpackungen bei etwa 270 bis 320 Euro. Wer in Raten kauft, verteilt das auf einige Wocheneinkäufe.
Wo lagere ich den Notvorrat in einer kleinen Wohnung?
Ideal ist ein Ort mit etwa 10 bis 20 °C, trocken und dunkel. In kleinen Wohnungen funktioniert ein verteilter Vorrat: Kisten unter dem Bett, das obere Schrankfach, ein Regal im Flur. Ungeeignet sind Dachböden und Garagen, die sich im Sommer aufheizen, sowie feuchte Kellerwände.
Zählt der Inhalt der Tiefkühltruhe zum Notvorrat?
Nur bedingt. Bei Stromausfall hält eine volle, geschlossene Gefriertruhe grob bis zu 48 Stunden, danach muss alles schnell verbraucht werden – und ohne Kochmöglichkeit geht das kaum. Tiefkühlware ist deshalb eine Ergänzung für die ersten Tage, kein Ersatz für lagerfähige Lebensmittel.
Wie oft muss ich den Notvorrat austauschen?
Gar nicht, wenn du rotierst: Du lagerst nur, was du ohnehin isst, verbrauchst immer die älteste Packung zuerst und kaufst nach. Zweimal im Jahr – etwa bei der Zeitumstellung – prüfst du die Daten und holst alles, was bald das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht, in die Küche.
Reichen nicht 72 Stunden Vorrat, wie die EU empfiehlt?
Die EU-Kommission nennt in ihrer Preparedness-Union-Strategie vom März 2025 mindestens 72 Stunden Selbstversorgung als Untergrenze. Das BBK empfiehlt für Deutschland 10 Tage. Die 72 Stunden sind ein guter erster Meilenstein, aber kein Ziel.