Das komplette SystemZum System →
Krisenvorsorge Grundlagen

Krisenvorsorge: Der komplette Ratgeber für Deutschland 2026

Aktualisiert: Lesezeit: 13 Min.Von der Verheimlicht-Redaktion
Kurz beantwortet

Krisenvorsorge heißt, deinen Haushalt so aufzustellen, dass du eine Krise mindestens 10 Tage ohne fremde Hilfe überstehst – so empfiehlt es das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK). Dazu gehören pro Person rund 20 Liter Getränke und Lebensmittel für 10 Tage, Licht, Wärme und ein Batterieradio, Bargeld in kleinen Scheinen, eine Dokumentenmappe und ein Familien-Notfallplan. Wer zusätzlich sein Geld auf mehrere Banken verteilt und seine Rechte im Spannungsfall kennt, ist für die sechs realistischen Krisenszenarien in Deutschland gut aufgestellt.

Im Januar 2026 saßen im Berliner Südwesten zehntausende Haushalte tagelang ohne Strom und Heizung – bei Frost, nach einem Brandanschlag auf Stromkabel. Wer Wasser, Licht, ein Radio und warme Decken im Haus hatte, erlebte eine unbequeme Woche. Wer nichts hatte, war auf Hilfe angewiesen, die nicht an jede Tür gleichzeitig kommen konnte.

Krisenvorsorge ist genau dieser Unterschied. Sie hat nichts mit Bunkern, Tarnkleidung oder Weltuntergangsfantasien zu tun, sondern mit ein paar Kisten im Keller, einem Plan auf Papier und Wissen, das du im Ernstfall nicht mehr googeln kannst. Dieser Ratgeber gibt dir das Gesamtbild: welche Krisen in Deutschland realistisch sind, was du in welchem Bereich brauchst, was es kostet – und in welcher Reihenfolge du vorgehst.

Was ist Krisenvorsorge – und was nicht?

Krisenvorsorge ist die private Vorbereitung eines Haushalts darauf, eine Störung der öffentlichen Versorgung eine begrenzte Zeit aus eigener Kraft zu überbrücken. Gemeint sind Ausfälle von Strom, Wasser, Handel, Zahlungsverkehr oder Kommunikation – egal ob durch Unwetter, technische Störung, Sabotage, Pandemie oder Konflikt. Der Fachbegriff der Behörden dafür lautet Notfallvorsorge oder Selbsthilfefähigkeit.

Das Ziel ist nicht Autarkie für immer. Das Ziel ist ein Zeitpuffer: die Tage, die staatliche Strukturen brauchen, um nach einem Großschaden die Versorgung wieder zu organisieren. Das BBK beziffert diesen Puffer auf zehn Tage – und genau daran orientiert sich jede seriöse Vorsorge.

10 TageVorrats-Empfehlung des BBK für jeden Haushalt
72 hMindest-Selbstversorgung laut EU-Strategie 2025
20 LGetränke pro Person für 10 Tage (BBK)
100.000 €gesetzliche Einlagensicherung pro Person und Bank
Insider-Wissen

Der Katastrophenschutz plant mit dir – nicht für dich. Im Großschadensfall haben Krankenhäuser, Pflegeheime, Wasserwerke und Leitstellen Vorrang. Deine Wohnung steht auf keiner dieser Listen. Dazu kommt: Feuerwehr, THW und Hilfsorganisationen bestehen überwiegend aus Ehrenamtlichen, deren eigene Familien im selben Stromausfall sitzen. Die zehn Tage des BBK sind deshalb keine Vorsichtsfloskel, sondern der eingeplante Eigenanteil der Bevölkerung.

Krisenvorsorge ist kein Prepper-Hobby

Das Bild vom „Prepper“ mit Gasmaske und Dosenpyramide schreckt viele ab – und hält sie davon ab, das Naheliegende zu tun. Dabei unterscheidet sich vernünftige Krisenvorsorge kaum von einer Hausratversicherung: Du hoffst, sie nie zu brauchen, aber du schläfst ruhiger, weil sie da ist. Die meisten Maßnahmen kosten wenig, nehmen kaum Platz weg und nützen dir auch im Alltag – bei Krankheit, Schneechaos, Streik oder einem leeren Kühlschrank am Feiertag.

Wer im Ernstfall was übernimmt

In Deutschland ist die Verantwortung geteilt. Für Naturkatastrophen und Großschadenslagen sind Länder und Kommunen zuständig: Ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt kann den Katastrophenfall ausrufen, Bundeswehr und Bundespolizei helfen dann im Wege der Amtshilfe (Art. 35 GG). Der Bund kümmert sich um den Zivilschutz im Verteidigungsfall und betreibt über das BBK unter anderem das bundesweite Warnsystem. Die dritte Ebene bist du selbst: Die Selbsthilfe der Bevölkerung ist in allen Konzepten fest eingeplant – sie ist das, was die ersten Tage überbrückt, bis organisierte Hilfe ankommt.

Warum Krisenvorsorge 2026 offiziell empfohlen wird

Nach dem Ende des Kalten Krieges hat Deutschland seinen Zivilschutz über Jahre zurückgebaut: Sirenen wurden demontiert, öffentliche Schutzräume aufgegeben, staatliche Reserven verkleinert. Diese Haltung hat der Staat selbst korrigiert – Schritt für Schritt und öffentlich dokumentiert.

2016

Konzeption Zivile Verteidigung

Die Bundesregierung empfiehlt der Bevölkerung erstmals seit Jahrzehnten wieder ausdrücklich, Vorräte anzulegen.

2023

Nationale Sicherheitsstrategie & Cell Broadcast

Die erste Sicherheitsstrategie der Bundesrepublik widmet der Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft einen eigenen Abschnitt. Im selben Jahr geht das Handy-Warnsystem Cell Broadcast in Betrieb.

2024

Neue Rahmenrichtlinien Gesamtverteidigung

Die Vorgängerfassung stammte von 1989. Zivil- und Katastrophenschutz rücken wieder in den Mittelpunkt.

2025

EU: 72 Stunden autark · Iberien-Blackout · Berlin

Die EU-Kommission fordert im März 2025, dass Bürger sich mindestens 72 Stunden selbst versorgen können. Am 28. April fällt in Spanien und Portugal großflächig der Strom aus, im September trifft ein Brandanschlag den Berliner Südosten.

2026

Neuer Wehrdienst · Berlin erneut

Seit Januar 2026 gilt der neue Wehrdienst mit Pflicht-Fragebogen für junge Männer. Im selben Monat sitzt der Berliner Südwesten mehrere Wintertage ohne Strom.

Nichts davon ist Panikmache – es sind Beschlüsse und Ereignisse, die du in jeder Zeitung nachlesen kannst. Die Konsequenz ist schlicht: Der Staat sagt offen, dass er im Ernstfall nicht alle sofort versorgen kann. Krisenvorsorge ist damit keine Privatmeinung mehr, sondern offizielle Empfehlung.

Die 6 realistischen Krisenszenarien für Deutschland

Für deutsche Haushalte sind sechs Szenarien realistisch. Sie unterscheiden sich vor allem in ihrer Vorwarnzeit – und die entscheidet, wie viel du vorher erledigt haben musst. Ein Blackout kommt in Sekunden, eine Inflation über Monate. Im Ereignis selbst kannst du nichts mehr kaufen, abheben oder bestellen.

SzenarioVorwarnzeitWas zuerst knapp wirdWichtigste Schutzmaßnahme
Blackout / StromausfallSekundenLicht, Wärme, Wasser, Kommunikation, Kartenzahlung10 Tage autark bei Wasser, Licht, Wärme und Info
Cyberangriff & Sabotagekeine bis StundenStrom, Zahlungsverkehr, BehördenleistungenAnaloge Rückfallebene: Bargeld, Papierkopien, zweite Bank
Banken- & FinanzkriseTage bis WochenZugang zum Konto, LiquiditätUnter 100.000 € pro Bank, mindestens zwei Banken
Inflation & WährungskriseMonateKaufkraft der ErsparnisseStreuung über Sachwerte, rotierender Vorrat
Pandemie & VersorgungskriseTage bis WochenMedikamente, einzelne Waren, PersonalVorrat mit Rotation, Medikamentenreserve
Militärischer Konflikt / Spannungsfallhybride Phase läuft bereitsSicherheit, Mobilität, EnergieFamilienplan, Dokumente, Rechte kennen

Die gute Nachricht: Du brauchst keine sechs getrennten Vorsorgeprogramme. Ein Grundpaket aus Vorrat, Wasser, Licht, Wärme, Radio, Bargeld, Dokumenten und Familienplan deckt den Großteil aller Szenarien ab. Dazu kommen pro Szenario zwei, drei spezielle Bausteine. Wie wahrscheinlich welche Krise ist und welche realen Fälle es gab, liest du im Ratgeber zu den 6 realistischen Krisenszenarien für Deutschland.

Fakt

Krisen kommen selten allein. Der Krieg in der Ukraine löste eine Gaskrise aus, die Gaskrise einen Energiepreisschock, der Preisschock eine Inflationswelle – der Verbraucherpreisindex stieg 2022 im Jahresdurchschnitt um 6,9 %. Kein deutscher Haushalt wurde beschossen, aber fast jeder hat es im Geldbeutel gespürt. Fachleute nennen das Kaskadeneffekt.

Tiefer einsteigen? Teil I – Bedrohungen verstehen (Kapitel 1–3) im Krisenvorsorge-System zeigt dir den kompletten Plan.

Leseprobe ansehen →

Krisenvorsorge: Was braucht man? Die 7 Bereiche

Jede vollständige Notfallvorsorge ruht auf sieben Säulen. Fehlt eine, bricht im Ernstfall genau dort der Plan zusammen – der beste Lebensmittelvorrat nützt nichts, wenn du kein Wasser zum Kochen hast oder die Wohnung auf 8 °C auskühlt.

Das Vorsorge-Haus: 7 Säulen auf einem Fundament
DEIN KRISENVORSORGE-SYSTEM Wissen & Rechte: Szenarien · Warnsysteme · Spannungsfall · Wehrdienst Wasser2 L/Tag Vorrat10 Tage EnergieLicht, Wärme InfoUKW, NINA GesundheitMedikamente FamilieNotfallplan GeldBar + 2 Banken FUNDAMENT: Plan auf Papier · Routine (2× im Jahr prüfen) · Nachbarschaft
Vereinfachte Darstellung. Die sieben Säulen entsprechen den Bereichen der BBK-Empfehlungen, ergänzt um Geld und Rechte.

1. Wasser: 2 Liter pro Person und Tag

Ohne Essen hält ein Mensch Wochen durch, ohne Wasser nur wenige Tage. Das BBK rechnet mit 2 Litern pro Person und Tag zum Trinken und Kochen – für 10 Tage also 20 Liter pro Kopf. Für Hygiene und Toilettenspülung kommt deutlich mehr dazu. Eine vierköpfige Familie braucht allein für Trinken und Kochen 80 Liter, das sind acht 10-Liter-Kanister. Wie du lagerst und aufbereitest, steht im Cluster Notvorrat & Wasser; deinen Bedarf rechnet der Wasservorrat-Rechner aus.

2. Lebensmittel: Vorrat für 10 Tage

Das BBK empfiehlt pro Person für 10 Tage unter anderem 3,5 kg Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Nudeln oder Reis, 4 kg Gemüse und Hülsenfrüchte, 2,5 kg Obst und Nüsse, 2,6 kg Milchprodukte, 1,5 kg Fisch, Fleisch oder Eier und 0,36 kg Fette und Öle – zusammen rund 2.200 kcal am Tag. Entscheidend ist nicht die Menge allein, sondern dass du die Sachen auch ohne Strom zubereiten kannst und sie im Alltag tatsächlich isst. Der Notvorrat-Rechner rechnet die Mengen für deinen Haushalt hoch.

3. Energie: Licht, Wärme, Kochen

Fast jede Zentralheizung fällt bei Stromausfall aus – auch Gas-, Öl- und Pelletheizungen, denn Brenner, Steuerung und Pumpen brauchen Strom. Die Lösung heißt nicht „Heizen um jeden Preis“, sondern Wärmeinsel: ein Raum, in dem sich die Familie mit Decken, Schlafsäcken und Kleidungsschichten sammelt. Licht kommt aus Stirn- und Taschenlampen statt Kerzen, gekocht wird mit einem sicheren Kocher. Was eine Powerstation leistet und was nicht, zeigt der Cluster Blackout & Stromausfall.

Achtung: Lebensgefahr

Grill, Holzkohle, Heizpilze und Notstromaggregate gehören niemals in Innenräume – auch nicht in Garage oder Keller. Sie erzeugen Kohlenmonoxid, das man weder riecht noch sieht. In Stromausfällen sterben Menschen typischerweise nicht an der Dunkelheit, sondern an improvisierten Lösungen: CO-Vergiftungen, Kerzenbrände, Stürze.

4. Information & Warnung

Wenn Strom und Handynetz fallen, ist ein UKW-Radio mit Batterie oder Kurbel das zuverlässigste Informationsmittel. Behörden senden ihre Durchsagen über den Rundfunk, und große Sender haben Notstrom. Im Alltag warnen dich die App NINA, Cell Broadcast und – wo vorhanden – Sirenen. Wie die Warnkanäle zusammenspielen, erklärt der Ratgeber zu NINA, Cell Broadcast und Sirenen.

5. Gesundheit & Hygiene

In jeder Krise sind Menschen mit Dauermedikation am verwundbarsten. Sprich mit deinem Arzt über eine Reserve, halte eine gut sortierte Hausapotheke bereit und denke an Hygiene ohne fließendes Wasser: Müllbeutel, Feuchttücher, Desinfektionsmittel, ein Eimer für die Toilettenspülung. Wer ein strombetriebenes medizinisches Gerät nutzt, klärt heute mit Pflegedienst und Hilfsmittelversorger, wie lange die Akkus halten.

6. Familie & Dokumente

Ein Stromausfall am Dienstagvormittag erwischt die Familie verstreut: Kinder in Schule und Kita, Partner im Büro, Großeltern allein zu Hause – und das Handynetz ist tot. Dafür gibt es die 4-Punkte-Regel: Treffpunkt nah, Treffpunkt fern, Kontaktperson außerhalb der Region, Codewort. Dazu eine Notfallkarte für jedes Kind, ein gepacktes Notgepäck und eine Dokumentenmappe mit Kopien aller wichtigen Papiere. Alles dazu im Cluster Familie & Notfallplan.

7. Geld: Bargeld, Konten, Vermögen

Bei einem Blackout funktionieren weder Kartenterminal noch Geldautomat. Am 28. April 2025 konnten Menschen in Spanien und Portugal stundenlang nur bar bezahlen. Eine bewährte Faustregel: Bargeld für ein bis zwei Wochen Haushaltsausgaben in kleinen Scheinen. Für den Rest gilt Streuung – Konten bei mindestens zwei Banken, pro Bank unter der Einlagensicherungsgrenze von 100.000 €, dazu je nach Lage Sachwerte. Vertiefung in den Clustern Bargeld & digitaler Euro, Geld vor Banken schützen und Konto, Kontrolle & Datenschutz.

Vorsorge nach Wohnsituation: Was bei dir anders ist

Die sieben Säulen gelten für alle – die Schwerpunkte aber hängen stark davon ab, wie du wohnst. Wer im zehnten Stock lebt, hat andere Schwachstellen als eine Familie im Einfamilienhaus auf dem Land.

WohnsituationTypische SchwachstelleDarauf legst du den Schwerpunkt
Hochhaus / obere EtageAufzug steht, Wasserdruck fällt sofort weg, wenn Pumpen das Wasser nach oben drückenMehr Wasservorrat, Kanister mit Griff, Stirnlampe für das Treppenhaus, Kontakt zu Nachbarn
Mietwohnung in der StadtWenig Lagerplatz, keine eigene Wärmequelle, viele Menschen konkurrieren um dieselben LädenKompakter Vorrat unter Bett und im Schrank, Wärmeinsel-Plan, Bargeld, Notfall-Anlaufstelle kennen
EinfamilienhausHeizung, Abwasser-Hebeanlage und Brunnenpumpe hängen am StromKlären, was ohne Strom nicht läuft; ggf. Notstrom-Einspeisung durch Fachbetrieb, Brennstoffvorrat
Ländlicher RaumWeite Wege, weniger Tankstellen, Hilfe braucht längerTank nie unter halb voll, größerer Vorrat, Funk für die Nachbarschaft, Medikamente vorrätig

Wer besonders gründlich vorsorgen sollte

Manche Haushalte trifft dieselbe Krise ungleich härter. Gehörst du zu einer dieser Gruppen, rücken bestimmte Punkte auf deiner Liste ganz nach oben:

  • Familien mit Babys: Säuglingsnahrung, abgefülltes Wasser für die Zubereitung, Windeln für mindestens 10 Tage
  • Chronisch Kranke: Medikamentenreserve in Absprache mit dem Arzt, Medikationsplan auf Papier
  • Strompflichtige Medizintechnik: Beatmung, Sauerstoff, Heimdialyse – Akkulaufzeit und Notfall-Ziel klären
  • Ältere und Pflegebedürftige: wer schaut nach, wenn das Telefon ausfällt? Ansprechpartner im Haus festlegen
  • Haushalte mit Wärmepumpe oder Nachtspeicher: Wärme ist ab Minute eins weg – Schlafsäcke und Wärmeinsel einplanen
  • Tierhalter: Futter und Wasser auch für die Tiere, Transportbox griffbereit
  • Selbstständige: Offline-Backup, Geschäfts- und Privatkonto bei verschiedenen Banken
  • Eltern wehrpflichtiger Söhne: Fragebogen, Musterung und Rechte rechtzeitig kennen

Für viele dieser Gruppen gibt es eigene Ratgeber, etwa zur Notfallvorsorge für Senioren und Pflegebedürftige oder zu Haustieren im Notfall – du findest sie in den Clustern oben. Der Grundgedanke ist immer derselbe: Je stärker du von Strom, Medikamenten oder fremder Hilfe abhängst, desto früher solltest du anfangen und desto genauer planen.

Vermögen, Rechte und Freiheit: die unterschätzte Hälfte der Vorsorge

Die meisten Ratgeber hören bei Wasser und Konserven auf. Doch viele Krisen treffen nicht den Vorratskeller, sondern das Konto, die Kaufkraft oder die eigene Bewegungsfreiheit. Wer hier vorbereitet ist, muss im Ernstfall keine Entscheidungen unter Druck treffen.

Vermögen streuen

Lastenausgleich 1952, Zypern 2013, Bail-in seit 2016: Vermögenseingriffe sind belegte Geschichte – ein neuer ist derzeit nicht geplant, aber niemand kann ihn ausschließen. Die Antwort ist Streuung über Anlageklassen, Institute und Verwahrorte. Mehr im Cluster Enteignung & Vermögensschutz.

Wehrdienst & Rechte

Seit 2026 bekommen junge Männer ab Jahrgang 2008 einen Pflicht-Fragebogen der Bundeswehr. Im Spannungs- und Verteidigungsfall lebt die Wehrpflicht wieder auf. Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung (Art. 4 Abs. 3 GG) bleibt. Mehr im Cluster Wehrdienst & Rechte.

Was der Staat im Ernstfall darf

Das Notstandsrecht ist kein Geheimplan, sondern steht seit 1968 im Grundgesetz. Stellt der Bundestag mit Zweidrittelmehrheit den Spannungsfall fest (Art. 80a GG), werden sogenannte Sicherstellungsgesetze anwendbar: Lenkung von Gütern und Verkehr, Dienstverpflichtungen in lebenswichtigen Berufen, Wiederaufleben der Wehrpflicht. Im Verteidigungsfall (Art. 115a GG) geht die Befehlsgewalt über die Streitkräfte auf den Bundeskanzler über. Grundrechte wie die Menschenwürde und die Kriegsdienstverweigerung bleiben bestehen. Was genau gilt, erklärt der Ratgeber Spannungsfall & Verteidigungsfall.

§ Rechtslage

Einige Vorsorgegesetze greifen sogar ohne Krieg. Das Ernährungssicherstellungs- und -vorsorgegesetz von 2017 erlaubt bei einer festgestellten Versorgungskrise die Bewirtschaftung von Lebensmitteln bis hin zur Zuteilung. Das Energiesicherungsgesetz war 2022 Grundlage zahlreicher Gas-Notmaßnahmen. Dein eigener Vorrat bleibt in jedem Fall deine erste Versorgungslinie.

Wie krisenfest bist du? Der 2-Minuten-Check

Bevor du einkaufst, lohnt sich eine ehrliche Bestandsaufnahme. Viele Haushalte haben mehr im Haus, als sie denken – und an anderer Stelle eine Lücke, die sie nie bemerkt haben. Typisch: ein voller Gefrierschrank, aber kein einziges Radio mit Batterien. Der Krisen-Check zeigt dir in wenigen Fragen, wo du stehst und welcher Bereich zuerst dran ist.

Was kostet Krisenvorsorge? Drei Budget-Stufen

Krisenvorsorge muss nicht teuer sein. Wichtiger als das Budget ist die Reihenfolge: Erst das, was in den ersten 72 Stunden zählt, dann der 10-Tage-Vorrat, zuletzt Technik und Vermögensschutz. Die folgenden Stufen sind grobe Richtwerte für einen Zwei-Personen-Haushalt (Stand 2026, Preise schwanken).

StufeBudgetWas du damit erreichstTypische Inhalte
Startca. 100 €Die ersten 72 Stunden sind abgedecktWasser, haltbare Grundnahrungsmittel, Taschen- oder Stirnlampe, Batterieradio, Batterien, Bargeldreserve-Anfang
Solideca. 500 €BBK-Empfehlung von 10 Tagen weitgehend erfülltVollständiger Lebensmittel- und Wasservorrat, Gaskocher mit Kartuschen, Hausapotheke, Hygieneartikel, Notgepäck, Dokumentenmappe
Komfortab 1.000 €Strom für Kommunikation, mehr Wärme, mehr UnabhängigkeitPowerstation 300–1.000 Wh, Faltsolarpanel, PMR446-Funkgeräte, CO-Melder, Schlafsäcke, Vorrat für Haustiere
Profi-Tipp

Verteile die Anschaffungen auf mehrere Wochen und nimm bei jedem Wocheneinkauf zwei, drei Vorratsartikel extra mit. So spürst du die Kosten kaum, kaufst nie in Panik – und baust automatisch einen rotierenden Vorrat auf: Du verbrauchst das Älteste zuerst und füllst hinten nach. Ein Vorrat, den du nach diesem Prinzip führst, läuft nie ab und schützt nebenbei gegen Inflation, weil du zum heutigen Preis gekauft hast.

Aus dem Handbuch

Im Krisenvorsorge-System zeigen wir in Kapitel 6 die komplette Einkaufsliste in drei Budget-Stufen von 100 € bis über 1.000 € – inklusive Supermarkt-Plan, mit dem du den Grundvorrat in rund 45 Minuten zusammen hast. Einen ersten Eindruck gibt die kostenlose Leseprobe.

Die 6 häufigsten Fehler bei der Krisenvorsorge

Mythos„Ein Blackout ist nach ein paar Stunden vorbei. Und wenn nicht, ist der Staat sofort da.“
FaktOhne Schäden dauert der Netzwiederaufbau Stunden – selbst Spanien brauchte im April 2025 bis in die Nacht. Sind Kabel oder Masten zerstört, sind Tage realistisch, wie Berlin 2025/26 gezeigt hat. Laut TAB-Arbeitsbericht Nr. 141 wäre bei einem großflächigen, langen Ausfall schon nach wenigen Tagen die flächendeckende Versorgung kaum noch sicherzustellen.
  1. Nur Konserven kaufenEin reiner Dosenvorrat ist teuer, schwer, eintönig und braucht trotzdem Wasser und Energie. Besser: ein Mix aus Lebensmitteln, die du sowieso isst.
  2. Wasser vergessenViele haben Essen für Wochen, aber keine 20 Liter Wasser pro Person. Fällt die Wasserversorgung aus, wird genau das zum Engpass.
  3. Kerzen als HauptlichtquelleKerzen verursachen in Stromausfällen regelmäßig Wohnungsbrände. Stirnlampen und LED-Laternen sind sicherer und heller.
  4. Alles digitalNur Kartenzahlung, Dokumente nur in der Cloud, Telefonnummern nur im Handy: Fällt das Netz, ist alles weg. Halte Bargeld, Papierkopien und eine ausgedruckte Kontaktliste bereit.
  5. Einmal kaufen, nie prüfenBatterien laufen aus, Medikamente verfallen, Kinder wachsen aus der Kleidung im Notgepäck. Prüfe deinen Vorrat zweimal im Jahr – etwa bei der Zeitumstellung.
  6. Allein planenVorsorge funktioniert in der Gruppe besser. Wer seine Nachbarn kennt, kann Wärme, Werkzeug und Wissen teilen – und weiß, wer im Haus Hilfe braucht.

Dein Fahrplan: In 3 Etappen krisenfest

Am meisten erreichst du, wenn du nicht alles auf einmal willst, sondern in Etappen vorgehst. Jede Etappe ist für sich schon ein großer Fortschritt.

Woche 1: Die ersten 72 Stunden

Wasser für 3 Tage, Grundnahrungsmittel, Licht ohne Kerzen, Batterieradio, etwas Bargeld in kleinen Scheinen. NINA installieren, Cell-Broadcast-Warnungen im Handy prüfen.

Jahr 1: Rundum abgesichert

Wärme- und Stromkonzept, zweites Konto bei einer anderen Bank, Bargeldreserve, Vermögen streuen, Rechte im Spannungsfall kennen, Nachbarschaft vernetzen.

Die komplette Liste mit allen Punkten nach Priorität findest du in der Krisenvorsorge-Checkliste 2026. Wenn du ganz am Anfang stehst und dich die Menge an Themen erschlägt, beginne mit den ersten 7 Schritten für Anfänger – mit Budget ab 100 €. Und weil viele Krisen heute digital beginnen, lohnt sich auch ein Blick auf die Vorsorge gegen einen Cyberangriff auf Strom, Wasser und Banken.

Was kaum jemand weiß

Die wirksamste einzelne Vorsorgemaßnahme kostet keinen Cent: eine halbe Stunde Gespräch. Kläre mit deiner Familie, wo ihr euch trefft, wenn kein Telefon geht, und frage bei deiner Gemeinde nach, wo die nächste Notfall-Anlaufstelle und der nächste Trinkwasser-Notbrunnen sind. Im Ernstfall kannst du das nicht mehr nachschlagen. Begriffe wie Notbrunnen, Wärmeinsel oder Spannungsfall erklärt unser Krisenvorsorge-Lexikon in wenigen Sätzen.

Alle Ratgeber zum Thema Grundlagen

Häufige Fragen

Was braucht man für die Krisenvorsorge?

Die Basis sind sieben Bereiche: Wasser (2 Liter pro Person und Tag), Lebensmittel für 10 Tage, Licht und Wärme ohne Strom, ein Batterie- oder Kurbelradio, eine Hausapotheke mit deinen Dauermedikamenten, eine Dokumentenmappe mit Familien-Notfallplan sowie Bargeld in kleinen Scheinen. Eine Gesamtliste mit Prioritäten findest du in der Krisenvorsorge-Checkliste.

Wie viele Tage Vorrat empfiehlt der Staat?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt einen Vorrat für 10 Tage. Die EU-Kommission fordert in ihrer Preparedness-Union-Strategie vom März 2025, dass sich Bürger mindestens 72 Stunden selbst versorgen können. Die 72 Stunden sind also das Minimum, die 10 Tage das deutsche Ziel.

Ist es erlaubt, Vorräte für Krisen anzulegen?

Ja, uneingeschränkt. Die Bundesregierung empfiehlt der Bevölkerung seit der Konzeption Zivile Verteidigung von 2016 ausdrücklich, Vorräte anzulegen. Problematisch sind nur Hamsterkäufe in der akuten Krise – wer seinen Vorrat in Ruhe und schrittweise aufbaut, nimmt niemandem etwas weg.

Was kostet Krisenvorsorge?

Ein sinnvoller Einstieg ist mit rund 100 € möglich: Wasser, Grundnahrungsmittel, Taschenlampe, Batterieradio und Batterien. Mit 500 € deckst du die BBK-Empfehlung für einen Zwei-Personen-Haushalt weitgehend ab. Größere Posten wie eine Powerstation kommen erst danach.

Womit sollte man bei der Krisenvorsorge anfangen?

Mit dem, was in den ersten Stunden zählt: Trinkwasser, Licht ohne Kerzen, ein Radio mit Batterien und etwas Bargeld. Danach folgen Lebensmittel für 10 Tage, Medikamente und der Familienplan. Die Reihenfolge Schritt für Schritt steht im Ratgeber Krisenvorsorge für Anfänger.

Welche Krise ist in Deutschland am wahrscheinlichsten?

Am wahrscheinlichsten ist ein regionaler Stromausfall über Stunden bis Tage – wie in Berlin im September 2025 und im Januar 2026 nach Brandanschlägen auf Stromkabel. Ebenfalls sehr wahrscheinlich sind Cyberangriffe auf Verwaltungen und Dienstleister sowie Inflation. Ein großflächiger Blackout oder ein militärischer Konflikt sind seltener, hätten aber die schwersten Folgen.

Quellen & weiterführendBBK – Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen · Bundesregierung – Konzeption Zivile Verteidigung (2016) · Nationale Sicherheitsstrategie (2023) · Europäische Kommission – Preparedness Union Strategy (März 2025) · TAB-Arbeitsbericht Nr. 141 · Grundgesetz Art. 4, 12a, 80a, 115a · Einlagensicherungsgesetz · Verordnung (EU) 2024/1624 (AMLR)

Das Krisenvorsorge-SystemHandbuch + 2 Boni · 97 €

Ansehen →