Krisenvorsorge-Lexikon: 60 Begriffe einfach erklärt
Das Krisenvorsorge-Lexikon erklärt 60 Fachbegriffe aus Notfallvorsorge, Zivilschutz, Geld, Edelmetall, Konto und Recht – von Abkochgebot über Bail-in und Cell Broadcast bis Spannungsfall und Zollfreilager. Jede Definition ist in wenigen Sätzen verständlich und verweist auf den Ratgeber, der das Thema vertieft.
Spannungsfall, Bail-in, Wärmeinsel, Seed-Phrase: Wer sich mit Krisenvorsorge beschäftigt, stößt schnell auf Begriffe, die in keinem Schulbuch stehen. Dieses Lexikon erklärt die 60 wichtigsten in wenigen Sätzen – sachlich, mit Gesetzesgrundlage, wo es eine gibt, und mit Verweis auf den Ratgeber, der das Thema vertieft. Zahlen und Grenzwerte geben den Stand 2026 wieder.
- Abkochgebot
Ein Abkochgebot ist eine Anordnung von Gesundheitsamt oder Wasserversorger, Leitungswasser vor dem Verzehr abzukochen, weil es mikrobiell verunreinigt sein kann. Das Wasser muss dafür mindestens eine Minute sprudelnd kochen; Kaffeemaschinen erreichen dafür keine ausreichende Temperatur. Gegen chemische Verunreinigungen hilft Abkochen nicht.
- Amateurfunk
Amateurfunk ist privater, nicht kommerzieller Funkverkehr auf eigens dafür zugewiesenen Frequenzen, für den man eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur und ein Rufzeichen braucht. Seit 2024 gibt es mit der Klasse N eine Einsteigerklasse. Funkamateure können über Relais und Kurzwelle große Entfernungen überbrücken und unterstützen in Katastrophenlagen teils die Kommunikation.
- Anlagegold
Anlagegold ist Gold in Form von Barren mit hohem Feingehalt oder bestimmten Goldmünzen, das in Deutschland von der Umsatzsteuer befreit ist (§ 25c UStG). Welche Münzen als Anlagegold gelten, richtet sich nach EU-Kriterien wie Feingehalt und Prägejahr. Silber, Platin und Palladium sind dagegen nicht umsatzsteuerfrei.
- Bail-in
Ein Bail-in ist die Beteiligung von Eigentümern und Gläubigern einer Bank an den Kosten ihrer Rettung oder Abwicklung, bevor Steuergeld fließt. In der EU gilt das Prinzip seit 2016 nach der Bankenabwicklungsrichtlinie (BRRD). Dabei haften zuerst Aktionäre und nachrangige Gläubiger; gedeckte Einlagen bis 100.000 € pro Person und Bank sind ausgenommen.
- Bankfeiertag
Ein Bankfeiertag ist eine behördlich angeordnete Schließung der Banken, um in einer Finanzkrise einen Ansturm auf die Konten zu verhindern. In Zypern blieben die Banken 2013 rund zwei Wochen geschlossen, in Griechenland 2015 drei Wochen, verbunden mit einem Abhebelimit von 60 € pro Tag. Wer in dieser Zeit kein Bargeld hat, ist nur eingeschränkt zahlungsfähig.
- Bargeldobergrenze
Die Bargeldobergrenze ist eine EU-weite Höchstgrenze von 10.000 € für Barzahlungen an Händler und Dienstleister, die ab dem 10. Juli 2027 gilt (EU-Geldwäscheverordnung AMLR). Geschäfte zwischen Privatleuten sind davon nicht erfasst. Mitgliedstaaten dürfen niedrigere Grenzen festlegen; einige wie Frankreich oder Spanien haben das bereits getan.
- Barmittelanmeldung
Die Barmittelanmeldung ist die Pflicht, Bargeld und gleichgestellte Werte ab 10.000 € pro Person bei der Ein- oder Ausreise über eine EU-Außengrenze schriftlich beim Zoll anzumelden. Als Barmittel gelten auch Inhaberpapiere sowie Goldmünzen und -barren mit hohem Goldgehalt. Innerhalb der EU musst du solche Beträge auf Nachfrage des Zolls mündlich anzeigen.
- Basiskonto
Ein Basiskonto ist ein Girokonto mit grundlegenden Funktionen, auf das jeder Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU nach dem Zahlungskontengesetz einen Anspruch hat. Banken dürfen es nur aus gesetzlich geregelten Gründen ablehnen. Es ist die Rückfallebene für alle, deren Kontoeröffnung abgelehnt oder deren Konto gekündigt wurde.
- BBK
Das BBK ist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mit Sitz in Bonn, die zentrale Fachbehörde des Bundes für Zivilschutz. Es betreibt unter anderem das Modulare Warnsystem (MoWaS) und die Warn-App NINA und gibt den „Ratgeber für Notfallvorsorge“ heraus. Von ihm stammt die Empfehlung, einen Vorrat für 10 Tage anzulegen.
- Blackout
Ein Blackout ist ein großflächiger, meist länger andauernder Stromausfall, bei dem das Netz Schritt für Schritt neu aufgebaut werden muss. Davon zu unterscheiden ist der regionale Stromausfall, bei dem Hilfe von außen kommen kann. Laut TAB-Arbeitsbericht Nr. 141 wäre bei einem langen Blackout schon nach wenigen Tagen die flächendeckende Versorgung kaum noch sicherzustellen.
- Bundesleistungsgesetz
Das Bundesleistungsgesetz von 1956 erlaubt Behörden, Sachen und Leistungen wie Fahrzeuge, Gebäude oder Grundstücke per Leistungsbescheid anzufordern. Teilweise gilt es schon im Frieden, umfassend im Spannungs- und Verteidigungsfall. Für jede Anforderung besteht ein Anspruch auf Entschädigung.
- CB-Funk
CB-Funk („Citizens Band“) ist ein anmelde- und gebührenfreier Jedermannfunk im 27-MHz-Band. Mit Handgeräten sind wenige Kilometer möglich, mit einer Station und Dachantenne oft deutlich mehr. Für die Kommunikation im Ort kann CB-Funk eine Ergänzung zu PMR446 sein.
- Cell Broadcast
Cell Broadcast ist ein Mobilfunkdienst, der Warnmeldungen gleichzeitig an alle eingeschalteten Handys in einer Funkzelle schickt – ohne App und ohne Anmeldung. In Deutschland ist er seit 2023 in Betrieb und Teil des Warnmittel-Mixes. Voraussetzung sind ein aktuelles Betriebssystem und aktivierte Notfallwarnungen in den Handy-Einstellungen.
- CO-Melder
Ein CO-Melder ist ein Warngerät, das bei gefährlicher Konzentration von Kohlenmonoxid laut Alarm schlägt. Kohlenmonoxid entsteht bei unvollständiger Verbrennung, etwa durch Grills, Gaskocher, Öfen oder Notstromaggregate, und ist farb-, geruch- und geschmacklos. Ein Rauchmelder erkennt CO nicht – dafür braucht es ein eigenes Gerät.
- Differenzbesteuerung
Die Differenzbesteuerung ist eine Sonderregel des Umsatzsteuerrechts (§ 25a UStG), bei der ein Händler nur auf seine Marge Umsatzsteuer zahlt statt auf den vollen Verkaufspreis. Sie gilt für Ware, auf die beim Einkauf keine abziehbare Umsatzsteuer angefallen ist, etwa Ankäufe von Privatleuten. Bei Silbermünzen kann sie den Preis gegenüber regulär besteuerter Ware deutlich senken.
- Digitaler Euro
Der digitale Euro ist geplantes digitales Zentralbankgeld der Europäischen Zentralbank – eine direkte Forderung gegen das Eurosystem, ähnlich wie Bargeld, nur elektronisch. Eingeführt werden kann er nur, wenn das zugehörige EU-Gesetz verabschiedet ist; frühestens wird gegen Ende des Jahrzehnts damit gerechnet. Geplant sind eine Haltegrenze pro Person und eine Offline-Funktion.
- Dokumentenmappe
Eine Dokumentenmappe ist eine wasserdicht verpackte Sammlung von Kopien aller wichtigen persönlichen Unterlagen, die im Notfall schnell griffbereit ist. Hinein gehören etwa Ausweise, Geburts- und Heiratsurkunden, Versicherungspolicen, Kontoverbindungen, Grundbuchauszüge und Medikationspläne. Das BBK empfiehlt, sie zusammen mit dem Notgepäck aufzubewahren.
- Einlagensicherung
Die Einlagensicherung ist der gesetzliche Schutz von Bankguthaben im Fall einer Bankpleite in Höhe von 100.000 € pro Person und Bank (Einlagensicherungsgesetz). In bestimmten Fällen, etwa nach einem Immobilienverkauf oder einer Erbschaft, sind befristet bis zu 500.000 € geschützt. Wertpapiere im Depot fallen nicht darunter, weil sie ohnehin Eigentum des Kunden bleiben.
- Enteignung
Eine Enteignung ist der vollständige oder teilweise Entzug von Eigentum durch den Staat. Nach Art. 14 Abs. 3 GG ist sie nur zum Wohl der Allgemeinheit zulässig, nur durch oder aufgrund eines Gesetzes und nur gegen Entschädigung. Davon zu unterscheiden sind Steuern und Abgaben wie der Lastenausgleich, die keine Enteignung im Rechtssinn sind.
- Evakuierung
Eine Evakuierung ist die behördlich angeordnete Räumung eines Gebiets, etwa bei Hochwasser, Großbrand, Gasaustritt oder einer Bombenentschärfung. Betroffene müssen ihre Wohnung in kurzer Zeit verlassen und werden über Warn-Apps, Radio oder Lautsprecherdurchsagen informiert. Wer vorbereitetes Notgepäck hat, kann in wenigen Minuten gehen.
- Fluchtrucksack (Notgepäck)
Ein Fluchtrucksack, behördlich Notgepäck genannt, ist ein fertig gepackter Rucksack pro Person mit allem, was man beim schnellen Verlassen der Wohnung für einige Tage braucht. Typischer Inhalt sind Dokumentenmappe, Medikamente, Wasser, haltbare Snacks, Wechselkleidung, Taschenlampe, Radio und etwas Bargeld. Das BBK empfiehlt für jedes Familienmitglied einen eigenen.
- Freenet-Funk
Freenet ist ein anmelde- und gebührenfreier Jedermannfunk mit sechs Kanälen im 149-MHz-Band, der nur in Deutschland erlaubt ist. Die Reichweite ähnelt der von PMR446, die Kanäle sind meist weniger belegt. Die Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur ist derzeit bis Ende 2029 befristet.
- Hardware-Wallet
Eine Hardware-Wallet ist ein kleines Gerät, das die privaten Schlüssel für Kryptowährungen wie Bitcoin offline speichert und Transaktionen signiert, ohne den Schlüssel preiszugeben. Die Coins selbst liegen nicht auf dem Gerät, sondern in der Blockchain. Geht das Gerät verloren, lässt sich der Zugang mit der Seed-Phrase wiederherstellen.
- Hausapotheke
Eine Hausapotheke ist ein Vorrat an Verbandsmaterial, rezeptfreien Arzneimitteln und Hilfsmitteln für die Selbstversorgung bei leichten Erkrankungen und Verletzungen. Für den Krisenfall gehören zusätzlich die persönlichen Dauermedikamente dazu, idealerweise mit einer mit dem Arzt abgestimmten Reserve. Im Zweifel gilt immer: Arzt oder 112.
- Herkunftsnachweis
Ein Herkunftsnachweis ist ein Beleg darüber, woher eingezahltes Bargeld stammt, etwa ein Kontoauszug der Abhebung, ein Kaufvertrag oder ein Erbschein. Banken verlangen ihn nach den Auslegungshinweisen der BaFin bei Bareinzahlungen über 10.000 €, ohne Kundenbeziehung schon ab über 2.500 €. Wer Belege von Anfang an aufhebt, hat damit keine Probleme.
- Jodtabletten
Jodtabletten sind hochdosierte Kaliumiodid-Tabletten, die bei einem schweren Unfall in einem Kernkraftwerk die Aufnahme von radioaktivem Jod in die Schilddrüse blockieren sollen. Sie dürfen nur auf ausdrückliche Aufforderung der Behörden eingenommen werden. Menschen über 45 Jahre sollen laut Bundesamt für Strahlenschutz keine Jodtabletten einnehmen.
- Kapitalverkehrskontrollen
Kapitalverkehrskontrollen sind staatliche Beschränkungen, die Geldabflüsse begrenzen, etwa durch Abhebelimits, gesperrte Auslandsüberweisungen oder Grenzen für die Bargeldausfuhr. Innerhalb der Eurozone gab es sie in Zypern ab 2013 und in Griechenland ab 2015. In Zypern blieben sie rund zwei Jahre in Kraft.
- KATWARN
KATWARN ist eine Warn-App, die von vielen Ländern, Kreisen und Städten zur Warnung der Bevölkerung genutzt wird. Sie ist wie NINA an das Modulare Warnsystem des Bundes angebunden, sodass amtliche Warnungen in beiden Apps erscheinen. Welche Warn-App du nutzt, ist zweitrangig – wichtig ist, dass überhaupt eine eingerichtet ist.
- Kontenabruf
Der Kontenabruf ist ein automatisiertes Verfahren, mit dem Finanzämter, Sozialleistungsträger, Gerichtsvollzieher und Strafverfolger über das Bundeszentralamt für Steuern abfragen können, bei welchen Banken jemand Konten und Depots hat (§§ 93, 93b AO). Abgerufen werden nur Stammdaten, keine Kontostände oder Umsätze. Die Zahl der Abrufe liegt bei weit über einer Million pro Jahr.
- Kontosperre
Eine Kontosperre ist die vollständige oder teilweise Blockierung eines Kontos, sodass der Inhaber nicht mehr frei über sein Guthaben verfügen kann. Häufige Gründe sind Pfändungen, Geldwäsche-Prüfungen, Sicherheitsvorfälle oder fehlende Unterlagen. Ein Zweitkonto bei einer anderen Bank und etwas Bargeld halten dich in dieser Zeit zahlungsfähig.
- Kriegsdienstverweigerung
Kriegsdienstverweigerung ist das Grundrecht, den Kriegsdienst mit der Waffe aus Gewissensgründen abzulehnen (Art. 4 Abs. 3 GG). Der Antrag wird schriftlich beim Karrierecenter der Bundeswehr gestellt, mit Lebenslauf und persönlicher Begründung; entschieden wird beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA). Das Recht gilt auch im Spannungs- und Verteidigungsfall.
- KRITIS
KRITIS ist die Abkürzung für kritische Infrastrukturen – Einrichtungen, deren Ausfall zu erheblichen Versorgungsengpässen oder Gefahren für die öffentliche Sicherheit führen würde. Dazu zählen unter anderem Energie, Wasser, Ernährung, IT und Telekommunikation, Gesundheit, Finanzwesen sowie Transport und Verkehr. Betreiber großer Anlagen müssen besondere IT-Sicherheitspflichten erfüllen.
- Lastenausgleich
Der Lastenausgleich ist eine Vermögensabgabe nach dem Lastenausgleichsgesetz von 1952, mit der die Kriegslasten in der Bundesrepublik verteilt wurden. Wer Vermögen über den Krieg gerettet hatte, musste 50 % davon abgeben – bewertet zum Stichtag 21. Juni 1948 und zahlbar in Raten über bis zu 30 Jahre. Ein neuer Lastenausgleich ist derzeit nicht geplant.
- LiFePO4
LiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat) ist eine Akku-Zellchemie, die vor allem in Powerstations und Solarspeichern eingesetzt wird. Sie gilt als thermisch stabiler als ältere Lithium-Ionen-Zellen und erreicht laut Herstellern deutlich mehr Ladezyklen. Für ein Gerät, das jahrelang bereitsteht und im Ernstfall in der Wohnung genutzt wird, ist sie meist die bessere Wahl.
- MoWaS
MoWaS ist das Modulare Warnsystem des Bundes, über das Behörden Warnungen an die Bevölkerung auslösen. Eine Warnung wird einmal eingegeben und gleichzeitig an Warn-Apps, Cell Broadcast, Radio- und Fernsehsender, Internetdienste und angeschlossene Sirenen verteilt. Betrieben wird es vom BBK.
- Musterung
Die Musterung ist die ärztliche Untersuchung, mit der die Bundeswehr feststellt, ob ein Wehrpflichtiger für den Wehrdienst tauglich ist. Mit dem neuen Wehrdienst wird sie schrittweise wieder für ganze Jahrgänge verpflichtend; vorgesehen ist das ab Mitte 2027 für Männer ab Jahrgang 2008 (Stand 2026). Eine Musterung bedeutet nicht automatisch eine Einberufung.
- NINA
NINA ist die kostenlose Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, betrieben vom BBK. Sie zeigt amtliche Warnungen, Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen für selbst gewählte Orte und den aktuellen Standort. Weil sie eine Datenverbindung braucht, ist sie bei einem großflächigen Stromausfall nur eingeschränkt nutzbar.
- Notbrunnen
Ein Notbrunnen ist ein vom normalen Leitungsnetz unabhängiger Trinkwasserbrunnen, der die Notversorgung der Bevölkerung sichern soll, wenn die reguläre Wasserversorgung ausfällt. Grundlage ist das Wassersicherstellungsgesetz; bundesweit gibt es mehrere tausend solcher Brunnen. Wo der nächste steht, erfährst du bei deiner Gemeinde.
- Notfallkarte
Eine Notfallkarte ist eine kleine Karte mit den wichtigsten Informationen für den Ernstfall, die Kinder immer bei sich tragen, etwa im Schulranzen. Darauf stehen Name, Telefonnummern der Eltern, ein naher und ein ferner Treffpunkt, eine Kontaktperson außerhalb der Region und Allergien. Das Familien-Codewort gehört nie darauf.
- Notgroschen
Ein Notgroschen ist eine schnell verfügbare Geldreserve für unerwartete Ausgaben wie Reparaturen oder Jobverlust. Verbreitet ist die Faustregel von drei bis sechs Monatsausgaben, angelegt auf Tagesgeld und verteilt auf mindestens zwei Banken. Er ist die unterste Schicht jeder krisenfesten Vermögensaufteilung.
- Notvorrat
Ein Notvorrat ist ein Vorrat an Lebensmitteln, Getränken und Dingen des täglichen Bedarfs, mit dem ein Haushalt eine Zeit lang ohne Einkauf auskommt. Das BBK empfiehlt Vorräte für 10 Tage, darunter rund 20 Liter Getränke pro Person. Die EU-Kommission nennt seit 2025 mindestens 72 Stunden Selbstversorgung als Ziel.
- P-Konto
Ein P-Konto (Pfändungsschutzkonto) ist ein Girokonto, auf dem trotz Pfändung jeden Monat ein Grundfreibetrag geschützt bleibt (§ 850k ZPO). Jede Bank muss ein bestehendes Konto auf Verlangen innerhalb von vier Geschäftstagen umwandeln. Der Freibetrag wird jährlich zum 1. Juli angepasst und lag 2026 bei über 1.500 € – prüfe den aktuellen Wert.
- PMR446
PMR446 ist ein anmelde- und gebührenfreier Jedermannfunk im 446-MHz-Band, der in der ganzen EU genutzt werden darf. Die Geräte senden mit höchstens 0,5 Watt und fest verbauter Antenne; in der Stadt reicht das oft für 0,5 bis 2 Kilometer, im freien Gelände für einige Kilometer. Damit eignet sich PMR446 für Familie und Nachbarschaft, wenn das Handynetz ausfällt.
- Powerstation
Eine Powerstation ist ein tragbarer Akkuspeicher mit Steckdosen und USB-Anschlüssen, der bei Stromausfall Kleingeräte versorgt. Ihre Kapazität wird in Wattstunden (Wh) angegeben; für Kommunikation, Licht und ein bis zwei wichtige Geräte sind 300 bis 1.000 Wh üblich. Für Heizung oder ein ganzes Haus reicht sie nicht.
- Ransomware
Ransomware ist Schadsoftware, die Daten auf Computern verschlüsselt und für die Freigabe ein Lösegeld fordert. Solche Erpressungstrojaner haben in Deutschland bereits ganze Verwaltungen lahmgelegt, etwa 2021 im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Den besten Schutz für Privatleute bietet ein Backup, das nicht dauerhaft mit dem Computer verbunden ist.
- Rotationsprinzip
Das Rotationsprinzip ist eine Methode der Vorratshaltung, bei der neue Ware nach hinten und ältere nach vorn geräumt und zuerst verbraucht wird. So läuft im Vorrat nichts ab, und er bleibt dauerhaft frisch. Nebenbei wirkt ein rotierender Vorrat als kleiner Inflationsschutz, weil zu früheren Preisen gekauft wurde.
- Schwarzstart
Ein Schwarzstart ist das Hochfahren eines Kraftwerks ohne Strom von außen, um nach einem Blackout das Netz wieder aufzubauen. Das können vor allem Wasser- und Pumpspeicherkraftwerke sowie bestimmte Gasturbinen; große Kohlekraftwerke brauchen dagegen selbst Strom zum Anfahren. Von den Schwarzstart-Kraftwerken aus werden Netzinseln gebildet und schrittweise verbunden.
- Seed-Phrase
Eine Seed-Phrase ist eine Folge von meist 12 oder 24 Wörtern, aus der sich alle Schlüssel einer Krypto-Wallet wiederherstellen lassen. Wer sie kennt, hat vollen Zugriff auf die Coins – wer sie verliert, verliert sie endgültig. Sie gehört deshalb offline auf Papier oder Metall, nie in eine Cloud, ein Foto oder eine E-Mail.
- Sicherstellungsgesetze
Die Sicherstellungsgesetze sind Bundesgesetze, die im Krisen- und Verteidigungsfall die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern und Leistungen sichern sollen – etwa für Wirtschaft, Verkehr, Ernährung, Wasser und Arbeit. Die meisten stammen aus den 1960er-Jahren und dürfen erst im Spannungs- oder Verteidigungsfall angewendet werden. Das Ernährungssicherstellungs- und -vorsorgegesetz und das Energiesicherungsgesetz greifen auch bei Versorgungskrisen im Frieden.
- Spannungsfall
Der Spannungsfall ist eine vom Bundestag mit Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen festgestellte Lage, in der ein Verteidigungsfall zu befürchten ist (Art. 80a GG). Mit ihm werden Sicherstellungsgesetze anwendbar, und die ausgesetzte Wehrpflicht lebt wieder auf. In der Geschichte der Bundesrepublik wurde er noch nie festgestellt.
- Spekulationsfrist
Die Spekulationsfrist ist die Haltefrist von einem Jahr, nach der Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold, Silber oder Bitcoin im Privatvermögen steuerfrei sind (§ 23 EStG). Wer früher verkauft, muss Gewinne versteuern, sofern sie zusammen mit anderen privaten Veräußerungsgewinnen die Freigrenze von 1.000 € pro Jahr erreichen. Kaufbelege mit Datum sind deshalb wichtig.
- Tafelgeschäft
Ein Tafelgeschäft ist der Kauf von Edelmetall am Schalter gegen Bargeld. Händler müssen Kunden nach dem Geldwäschegesetz ab einem Betrag von 2.000 € identifizieren; anonym ist das Tafelgeschäft also nur darunter. Käufe absichtlich aufzuteilen, um die Grenze zu umgehen, ist unzulässig.
- Vermögensabgabe
Eine Vermögensabgabe ist eine einmalige Abgabe auf vorhandenes Vermögen, deren Ertrag nach Art. 106 GG dem Bund zusteht. In Deutschland gab es solche Abgaben 1913, 1919 und mit dem Lastenausgleich ab 1952. Ein konkreter Gesetzentwurf für eine neue Vermögensabgabe liegt derzeit nicht vor.
- Vermögens-Pyramide
Die Vermögens-Pyramide ist ein Modell zur krisenfesten Aufteilung von Vermögen in fünf Schichten, die von unten nach oben aufgebaut werden. Von unten: Notgroschen auf mindestens zwei Banken, Bargeld zu Hause, Gold und Silber, Sachwerte und ETFs, Bitcoin als kleine Beimischung. Je höher die Schicht, desto größer Schwankung und Chance – und desto kleiner der Anteil.
- Verteidigungsfall
Der Verteidigungsfall ist die Feststellung, dass das Bundesgebiet mit Waffengewalt angegriffen wird oder ein solcher Angriff unmittelbar droht (Art. 115a GG). Sie trifft der Bundestag mit Zustimmung des Bundesrates und Zweidrittelmehrheit. Dann geht unter anderem die Befehlsgewalt über die Streitkräfte auf den Bundeskanzler über (Art. 115b GG).
- Wärmeinsel
Eine Wärmeinsel ist ein einzelner, möglichst kleiner und innenliegender Raum, in dem sich ein Haushalt bei Heizungsausfall sammelt, um Körperwärme und Wärmequellen gemeinsam zu nutzen. Türen bleiben geschlossen, Fenster werden abgedichtet, alle tragen Schichten und schlafen in Schlafsäcken. Die Methode ist deutlich sicherer als improvisierte Heizquellen in der Wohnung.
- Warntag
Der bundesweite Warntag ist ein jährlicher Probealarm von Bund, Ländern und Kommunen am zweiten Donnerstag im September. Gegen 11 Uhr wird über alle angeschlossenen Warnmittel – Apps, Cell Broadcast, Sirenen, Rundfunk – eine Probewarnung ausgelöst. Der nächste Warntag ist am 9. September 2027.
- Wehrpflicht
Die Wehrpflicht ist die gesetzliche Pflicht von Männern ab 18 Jahren, Dienst in den Streitkräften zu leisten (Art. 12a GG, Wehrpflichtgesetz). Sie ist seit 2011 ausgesetzt, aber nicht abgeschafft, und lebt im Spannungs- und Verteidigungsfall automatisch wieder auf. Seit 2026 gilt zusätzlich der neue Wehrdienst mit Pflicht-Fragebogen für Männer ab Jahrgang 2008.
- Zollfreilager
Ein Zollfreilager ist ein Lager unter Zollaufsicht, in dem Waren wie Silber oder Platin eingelagert werden können, ohne dass Einfuhrumsatzsteuer anfällt, solange sie dort bleiben. Einige Edelmetallhändler bieten den Kauf mit direkter Einlagerung im In- oder Ausland an, etwa in der Schweiz. Wird das Metall ausgeliefert, fällt die Steuer an.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ist ein Anmeldeverfahren, bei dem neben dem Passwort ein zweiter Nachweis nötig ist, etwa ein Code aus einer App oder ein Hardware-Schlüssel. Selbst wenn das Passwort gestohlen wird, kommt ein Angreifer so nicht ins Konto. Codes per SMS gelten als die schwächste Variante.