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Notvorrat & Wasser

Wasservorrat anlegen: Wie viel Wasser pro Person?

Aktualisiert: Lesezeit: 6 Min.Von der Verheimlicht-Redaktion
Kurz beantwortet

Rechne mit 2 Litern Trinkwasser pro Person und Tag. Für die 10 Tage, die das BBK empfiehlt, sind das 20 Liter pro Person und 80 Liter für eine vierköpfige Familie – acht Kanister à 10 Liter. Kochen (0,5–1 L) und Basishygiene (2–3 L) pro Person und Tag kommen dazu; bei Hitze, in der Stillzeit, bei Krankheit und für Haustiere brauchst du mehr.

Dreh den Wasserhahn auf – und es kommt nichts. In vielen Hochhäusern passiert genau das schon kurz nach Beginn eines Stromausfalls, weil die Pumpen, die das Wasser in die oberen Etagen drücken, elektrisch laufen. Ohne Essen hält ein Mensch Wochen durch, ohne Wasser nur wenige Tage. Die gute Nachricht: Kein Teil der Vorsorge ist so billig wie dieser.

Wie viel Wasser pro Person?

Die Grundregel lautet: 2 Liter Trinkwasser pro Person und Tag. Das ist die Untergrenze fürs Trinken, ein Teil davon kommt auch aus Lebensmitteln wie Obst, Suppe oder Konserven. Die BBK-Empfehlung von 20 Litern Getränken pro Person für 10 Tage meint genau diese Menge – alle Getränke zusammen, also auch Saft, Milch oder Tee.

Wasser zum Kochen und für die Hygiene steckt in dieser Rechnung noch nicht. Realistisch kommen pro Person und Tag etwa 0,5 bis 1 Liter fürs Kochen und 2 bis 3 Liter für Zähneputzen, Händewaschen und eine Katzenwäsche dazu. Humanitäre Mindeststandards (Sphere-Handbuch) rechnen für Trinken, Kochen und grundlegende Körperhygiene mit rund 15 Litern pro Person und Tag – so viel lagert kaum ein Haushalt in Flaschen. Dieser Teil kommt im Ernstfall aus Badewanne, Boiler und Brauchwasser.

2 LTrinkwasser pro Person und Tag
20 Lpro Person für 10 Tage (BBK)
80 Lfür 4 Personen = 8 Kanister à 10 L

Wasservorrat-Tabelle für 1, 2 und 4 Personen

Die Tabelle zeigt den Trinkwasservorrat nach BBK und was Kochen und Basishygiene zusätzlich bedeuten würden. Die ersten beiden Spalten solltest du auf jeden Fall lagern, die Hygienemenge kann zum Teil aus Brauchwasser kommen.

Haushalt (10 Tage)Trinken (2 L/Tag)+ Kochen (ca. 1 L/Tag)+ Hygiene (ca. 2 L/Tag)Kanister à 10 L nur Trinken
1 Person20 L+ 10 L+ 20 L2
2 Personen40 L+ 20 L+ 40 L4
4 Personen80 L+ 40 L+ 80 L8

Vorsichtige Richtwerte. Für Kochen und Hygiene sind die Mengen je nach Gericht und Gewohnheit sehr unterschiedlich.

4 Personen × 10 Tage × 2 Liter = 80 Liter
10 L10 L10 L10 L 10 L10 L10 L10 L Person 1Person 2Person 3Person 4 Je Person 2 Kanister à 10 L · Kochen und Hygiene kommen zusätzlich dazu
Beispielrechnung für eine vierköpfige Familie, nur Trinkwasser nach BBK-Empfehlung.

Rechner: Wie viel Wasser brauchst du?

Erwachsene, Kinder, Stillzeit, Hitze, Hund oder Katze: Der Rechner berücksichtigt alles und zeigt dir, wie viele Flaschen oder Kanister dein Haushalt braucht.

Tiefer einsteigen? Kapitel 5 „Wasser“ und Kapitel 6 „Der 10-Tage-Vorrat“ im Krisenvorsorge-System zeigt dir den kompletten Plan.

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Kinder, Stillende, Hitze und Haustiere

Die 2-Liter-Regel gilt für Erwachsene bei normaler Temperatur. Einige Menschen und Situationen brauchen deutlich mehr – und genau die werden oft vergessen.

  • Hitze und körperliche Arbeit: 3 Liter und mehr pro Tag. Durst ist ein spätes Signal.
  • Stillende Mütter: mindestens einen halben bis einen Liter zusätzlich einplanen und nach Durst trinken.
  • Schulkinder: etwa 1 bis 1,5 Liter, bei Fieber, Durchfall oder Hitze mehr. Im Vorrat Kinder trotzdem wie Erwachsene rechnen – das ist dein Puffer.
  • Säuglinge mit Flaschennahrung: Menge nach Packung, abgekochtes Wasser oder Wasser mit dem Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“.
  • Senioren: Das Durstgefühl lässt im Alter nach. Feste Trinkzeiten helfen.
  • Hunde: grob 50 bis 100 ml pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, bei Trockenfutter und Hitze mehr – im Zweifel den Tierarzt fragen.
  • Katzen: deutlich weniger, bei Nassfutter kaum Zusatzbedarf.

Bei Nieren- oder Herzerkrankungen mit Trinkmengenbeschränkung gilt immer die ärztliche Vorgabe. Mehr zum Vorrat für Tiere steht unter Haustiere im Notfall.

Gekauft oder selbst abgefüllt?

Es gibt zwei Wege zum Trinkwasservorrat, und die meisten erfahrenen Vorsorger kombinieren sie: die Hälfte gekauft, die Hälfte in Kanistern.

Mineralwasser kaufen

Keimarm abgefüllt, mit Mindesthaltbarkeitsdatum – in PET oft etwa ein Jahr, in Glas häufig länger. Kostet grob 20 bis 30 Cent pro Liter. Wird im Alltag getrunken und hinten nachgekauft. Stilles Wasser ist angenehmer zum Kochen und für Kinder.

So füllst du Kanister richtig ab

  1. Den richtigen Kanister wählenNur lebensmittelechter Kunststoff mit Glas-Gabel-Symbol, bewährt ist HDPE. Niemals ehemalige Kanister für Öl, Reiniger oder Kraftstoff – auch nicht „gut ausgespült“. 10-Liter-Kanister sind handlicher als 20 Liter.
  2. Sauber abfüllenKanister heiß mit etwas Spülmittel reinigen und gründlich klar nachspülen. Wasser laufen lassen, bis es kühl kommt, dann direkt vom Hahn ohne Schlauch abfüllen, möglichst randvoll, sofort verschließen.
  3. BeschriftenAbfülldatum mit wasserfestem Stift auf den Kanister. Ohne Datum weißt du nach einem halben Jahr nicht mehr, was alt ist.
  4. Kühl, dunkel, sauber lagernKeller oder Abstellraum, frostfrei, vor Licht geschützt. Nicht neben Benzin, Farben oder Lösungsmitteln: Kunststoff ist für manche Dämpfe durchlässig.
  5. Regelmäßig erneuernEtwa alle sechs Monate, bei Wärme öfter. Das alte Wasser zum Gießen und Putzen verwenden.
Insider-Wissen

Fülle Lücken in der Gefriertruhe mit PET-Flaschen Wasser, nur zu drei Vierteln voll. Im Alltag halten sie die Truhe stabil kalt, im Blackout verlängern sie die Kühlzeit – und tauen langsam zu Trinkwasser auf. Glasflaschen sind dafür tabu, sie platzen.

Versteckte Wasserreserven im Haus

In fast jeder Wohnung steckt mehr Wasser, als die Bewohner ahnen. Wer es kennt, hat im Ernstfall einen echten Vorsprung:

ReserveMenge (typisch)Nutzung
Warmwasserspeicher Einfamilienhaus120–300 LTrinken nur gefiltert oder abgekocht
Elektrischer Wandspeicher (Wohnung)30–80 LTrinken nur gefiltert oder abgekocht
Badewanne, rechtzeitig gefüllt120–200 LBrauchwasser; Trinken nur aufbereitet
Spülkasten (ohne WC-Tabs)6–9 LNur abgekocht trinken
Hausleitungen nach Druckverlusteinige LiterAm tiefsten Hahn ablassen
Flüssigkeit in Gemüse- und Obstkonservenje Dose ein TeilZum Kochen oder Trinken

Die Badewanne füllst du in der ersten Stunde eines Stromausfalls, solange noch Druck auf der Leitung ist – das gehört zu den ersten Handgriffen im Plan für Stromausfall – was tun?. Wie du Wasser aus Speicher, Wanne oder Regentonne trinkbar machst, zeigt der Ratgeber Wasser aufbereiten.

Achtung

Heizungswasser ist niemals Trinkwasser. Es zirkuliert jahrelang im geschlossenen Kreislauf, enthält oft Zusatzmittel, Schlamm und Metalle, Solaranlagen meist Frostschutzmittel. Auch Abkochen und Filtern machen es nicht trinkbar – höchstens für die Toilette. Und: Eine volle Badewanne, ein offener Eimer, eine Regentonne ohne Deckel sind für Kleinkinder lebensgefährlich. Badezimmertür sichern, Behälter abdecken.

Profi-Tipp

Ein 10-Liter-Kanister mit Zapfhahn auf dem Waschbeckenrand, darunter eine Schüssel: Schon hast du fließendes Wasser zum Händewaschen – mit einem Bruchteil des Verbrauchs. Das aufgefangene Wasser landet danach im Toiletteneimer. So nutzt du jeden Liter zweimal, von sauber zu schmutzig.

Hochhaus, Altbau, Hausbrunnen: Wann das Wasser zuerst versiegt

Wie schnell du auf deinen Vorrat angewiesen bist, hängt stark von deiner Wohnsituation ab. In Hochhäusern drücken elektrische Druckerhöhungspumpen das Wasser in die oberen Etagen. Fällt der Strom aus, kommt dort oft schon nach kurzer Zeit nichts mehr. Wer weiter oben wohnt, sollte den Vorrat eher großzügig planen und die Badewanne sofort füllen.

Auf dem Land mit eigenem Hausbrunnen ist die Lage noch eindeutiger: Die Brunnenpumpe läuft mit Strom. Ohne Notstrom gibt es ab der ersten Minute kein frisches Wasser mehr. Am öffentlichen Netz hängt es vom Wasserwerk ab. Viele haben Notstrom, aber nicht alle und nicht unbegrenzt. Auch Hochbehälter puffern nur eine gewisse Zeit.

Plane deshalb nicht mit dem besten, sondern mit dem wahrscheinlichen Fall: Das Wasser kann früh ausbleiben, und es kann nach Rückkehr des Drucks zunächst ein Abkochgebot geben. Was in einem längeren Stromausfall wann ausfällt, zeigt der Ratgeber Blackout-Ablauf.

Wasser im Vorrat richtig rotieren

Damit dein Vorrat nie alt wird, behandelst du Wasser wie Lebensmittel. Gekaufte Flaschen stehen mit sichtbarem Datum im Regal, die ältesten trinkst du im Alltag und kaufst hinten nach. Kanister bekommen zwei feste Termine im Jahr, zum Beispiel bei der Zeitumstellung: ausleeren, reinigen, neu befüllen, neues Datum.

Dein Wasservorrat ist der wichtigste Baustein des gesamten Notvorrats. Was du außer Wasser für zehn Tage brauchst, zeigt die Notvorrat-Liste nach BBK, den Überblick über alle Themen findest du unter Notvorrat & Wasser.

Aus dem Handbuch

Kapitel 5 im Krisenvorsorge-System geht deutlich tiefer: Schritt für Schritt an den Warmwasserspeicher, ein Entscheidungsbaum für jede Wasserquelle, Hygiene mit wenig Wasser und zwei komplette Wasser-Ausrüstungen für 100 € und 500 €. Ein Auszug steht in der Leseprobe.

Häufige Fragen

Wie lange hält selbst abgefülltes Leitungswasser?

Selbst abgefülltes Leitungswasser ist nicht steril verpackt. Viele Fachleute raten, es in sauberen, lebensmittelechten Kanistern etwa alle sechs Monate auszutauschen, bei warmer Lagerung öfter. Das alte Wasser ist nicht verloren: Blumen gießen, putzen, Toilette spülen.

Ist Wasser in PET-Flaschen nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum schädlich?

Nein. Das MHD ist kein Verfallsdatum. Ungeöffnetes, kühl und dunkel gelagertes Mineralwasser wird danach nicht plötzlich gefährlich, kann aber geschmacklich nachlassen. Im Vorrat trinkst du deshalb die ältesten Flaschen im Alltag und kaufst hinten nach.

Wie viele Wasserflaschen brauche ich für 10 Tage?

Für eine Person sind 20 Liter rund 14 Flaschen à 1,5 Liter (gut zwei Sechserpacks). Eine vierköpfige Familie braucht 80 Liter, also etwa 54 Flaschen oder neun Sechserpacks – oder acht Kanister à 10 Liter.

Wo bekomme ich Wasser, wenn mein Vorrat aufgebraucht ist?

Für den Verteidigungsfall regelt das Wassersicherstellungsgesetz eine Notversorgung, unter anderem über bundesweit mehrere tausend Trinkwassernotbrunnen. Bei anderen Lagen richten Kommunen und Versorger Ausgabestellen ein. Wo der nächste Notbrunnen oder die Ausgabestelle ist, erfährst du bei deiner Gemeinde – frag am besten jetzt.

Kann ich Kanisterwasser mit Silber länger haltbar machen?

Konservierungsmittel auf Silberbasis können laut Herstellerangaben die Lagerdauer von bereits sauberem Wasser verlängern. Sie desinfizieren aber nicht zuverlässig: Gegen Viren und Parasiten wirken Silberionen nicht sicher. Für Bach- oder Regenwasser sind sie deshalb ungeeignet.

Wie viel Wasser braucht man für die Toilettenspülung im Notfall?

Ein Spülkasten fasst meist 6 bis 9 Liter. Im Notfall spülst du mit einem Eimer Brauchwasser aus Badewanne, Regentonne oder vom Händewaschen – nie mit Trinkwasser. Fällt die Kanalisation aus oder ordnen Behörden es an, wird nicht mehr gespült, sondern eine Notfalltoilette mit Beutel und Bindemittel genutzt.

Quellen & weiterführendBBK – Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen · BBK – Hinweise zur Trinkwasser-Notversorgung · Wassersicherstellungsgesetz (WasSG) · Trinkwasserverordnung (TrinkwV, Neufassung 2023) · Sphere Association – Sphere-Handbuch: Mindeststandards in der humanitären Hilfe · Umweltbundesamt – Informationen zu Trinkwasser · Mineral- und Tafelwasser-Verordnung

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